Das sechste Monat/ der große Knall

In unserem sechsten Monat kam es dann zu dem Knall, der sich schon die letzen Wochen abgezeichnet hat. So ziemlich auf allen Eben gleichzeitig hat sich alles an Frust, und was sich sonst aufgestaut hat, entladen. Das war nicht schön, aber es hatte etwas von einem reinigenden Sommergewitter.

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Sommer ist ein gutes Stichwort, denn es war noch immer heiß und das Wetter sehr schön… Nur ich konnte es nicht wirklich genießen. In der Schwangerschaft hatte ich mir immer vorgestellt einfach jeden Tag an den See zu fahren und es mir auf dem Segelboot meiner Schwiegereltern im Hafen gemütlich zu machen. Schwimmen gehen während die Kleine schläft, und ansonsten einfach gemütlich die Seele baumeln lassen. Tja, was soll ich sagen… Wir waren tatsächlich einmal am Seegelbot. Mit Freunden zum Geburtstag meines Mannes. Meine Tochter fand es wohl ganz lustig, vor allem weil sich vier Erwachsene mehr oder weniger nur mit ihr beschäftigten und sich immer jemand fand, der gerade Zeit hatte.


Das war natürlich bei weiten nicht der Normalzustand. Die meiste Zeit war ich mir ihr alleine. So ist es nun mal, wenn man in Karenz ist und der Mann arbeitet, weil irgendwo halt auch Geld für Essen und alles Mögliche andere herkommen muss. Ich war, gelinde gesagt, genervt von der Situation. Dass sich mein Leben mit Baby ändern würde und ich meinen Alltag nach ihr ausrichten musste, damit hatte ich bereits vor der Geburt gerechnet. Das war es auch gar nicht so sehr, was mich wurmte. Mein Problem waren eher die Begleiterscheinungen. Ich hatte keine Zeit für mich. Immer war die Kleine bei mir. Natürlich liebe ich sie über alles, aber ich wollte endlich mal wieder für ein paar Stunden niemanden sehen, hören, spüren… einfach ein paar Stunden meine absolute Ruhe haben.


Während ich so mit allem haderte und langsam aber sicher sehr genervt von so ziemlich allem war, erwischte mich auch noch eine Erkältung. Ich besuchte meine Cousine, von der wir das Gewand bekamen, das ihren Söhnen nicht mehr passte. Leider war ihr Jüngster gerade krank gewesen, und offenbar noch nicht genug übern Berg um uns nicht anzustecken. Ich hatte noch Glück, mit ein paar Tagen Schnupfen war es bei mir vorbei. Nur Fit war ich halt nicht, und mich gut und ausgeglichen um meine Tochter zu kümmern, während ich mich am liebsten im Bett verkriechen wollte, war halt nicht so einfach.


Wir waren, für die die es nicht mehr wissen, zeitlich immer noch in einer Pandemie. Mein Vater ist Risikopatient und wir setzten nach wie vor alles daran, um ihn nur ja keiner Gefahr aus zu setzen. Zu dieser Zeit im Spätsommer war es leider noch nicht so einfach, sich testen zu lassen. Daher war es mir nicht möglich zu sagen, ob es eine einfache Erkältung war, oder der neue Virus, der so schön chamäleonartig gefühlt jedes Symptom hervorrufen konnte. Daher konnte ich werde meine Eltern noch meine Schwiegereltern, die wir natürlich auch nicht anstecken wollten, zur Hilfe holen. Nach einem Tag, an dem ich mehr schlecht als recht durch gekommen war, und nachdem ich eine Nacht fast nichts geschlafen hatte (und es lag nicht an meiner Tochter) hat mein Mann sich Pflegeurlaub genommen. Mit ihm zuhause konnte ich mich zumindest ein bisschen mehr ausruhen.


Nur leider war das erst der Anfang. Kaum war ich wieder so halbwegs auf den Beinen, waren meine Tochter und mein Mann krank. Und damit war es endgültig vorbei. Mich, immer noch nicht ganz fit, um Haushalt, ein krankes Baby und eine grantigen (weile kranken) Mann zu kümmern, war für meine ohnehin strapazierten Nerven dann zu viel. In einem heftigen Streit, in dem mein Mann und ich uns so ziemlich alles an den Kopf warfen was uns eingefallen ist (also weder politisch korrekte noch pädagogisch wertvolle), hat sich dann einmal alles entladen, was so seit der Geburt passiert war. Das tat weh, aber es war auch befreiend. Wir haben an diesem Abend natürlich nicht unsere ganzen Probleme gelöst. Aber wir haben uns im wahrsten Sinne des Wortes zusammengerauft. Und dann die Scherben aufgesammelt um alles wieder aufzubauen.


Die erste große Veränderung war, dass mein Mann begann, sich auch unter der Woche mehr einzubringen. Wie ich in einem früheren Kapitel mal geschrieben habe, kocht er zu hause. Das ist zwar super, und ich liebe sein Essen (was leider auch meine Waage bemerkt hat), aber es verlängert die Zeit, in der ich mehr oder weniger alleine für die Kleine zuständig bin. Daher haben wir angefangen, dass er zwischen heimkommen und kochen mit ihr spielt, während ich mal aufs Klo gehen kann oder manchmal auch Gemüse vorschneide oder was mir halt sonst so eingefallen ist. Dazu ist er mit der Kleinen auch mal alleine Spazieren gegangen und ich bin daheim geblieben.


Und eine sehr große Veränderung ist auch passiert. Ich habe wieder angefangen stundenweise zu arbeiten. Das war an sich so geplant für diese Zeit, aber wir hatten uns irgendwie überhaupt nicht darauf vorbereitet. Wie auch mein Mann, arbeite ich in einem Jugendzentrum auf Stundenbasis. Dort war ich bis zum Ende des Sommers karenziert, und begann dann wieder, mit nur zwei Stunden in der Woche, zu arbeiten. Das verschaffte mir Freiraum, stellte uns insgesamt aber vor einen ziemliche Herausforderung.


Meine Tochter wurde zu dieser Zeit noch ausschließlich gestillt. Ich versuchte es daher zunächst einmal mit Abpumpten… leider hat das überhaupt nicht funktioniert. Auf diese Weiße wirklich eine Mahlzeit für sie zu bekommen war unmöglich. Also kauften wir Baby-Milch… Leider hat sie die Milch überhaupt nicht angenommen. Schon das ansetzen der Flasche sorgte für Geschrei, wirklich trinken war da undenkbar. An der Flasche lag es nur bedingt, die nahm sie mit Muttermilch gefüllt gnadenhalber schon, wenn auch nicht begeistert. Kurz um, wir hatten keine Möglichkeit sie zu füttern, während ich nicht da war. Also versuchte ich es mit vorstillen. An sich kam sie über die etwas über zwei Stunden (mit Fahrzeiten) ohne Probleme. Nur leider war es am Abend und da konnte auch schon mal eine Mahlzeit eingeschoben werden.


Neben dem Problem des Essens zeigte sich noch ein anderes Problem sehr schnell. Meine Tochter war von der plötzlichen Zeit nur mit Papa überfordert. Beim ersten Mal hat sie fast die ganze Zeit geweint, beim zweiten Mal hat sie sich zwischendurch zwar beruhigt, aber leider nicht für lange. Alles in Allem war es ein ziemliches Desaster. Das Half natürlich auch mir nicht, da ich mich die ganze Zeit fragte, ob eh alles gut war.


Aber es wurde besser. Sie hielt sich ihre an sich gute Laune immer länger und nach dem vierten Mal Begrüßte sie mich auch nicht mehr brüllend. Ich glaube allerdings wir hätten es Stressfreier haben können, hätten wir früher angefangen mit ihr zu üben. So wurden wir alle etwas ins kalte Wasser geworfen. Dafür ist es allerdings ganz gut verlaufen.


Motorisch ging es bei meiner Tochter jetzt Schlag auf Schlag weiter. Nachdem sie das mit dem auf den Bauch drehen heraußen hatte, lernte sie schnell durch rudern auch etwas vorwärts zu kommen. Das war zwar weder zielgerichtet, noch sehr schnell, aber es reichte um ihren Radius gehörig zu erweitern. Nachdem sie, wie auch immer sie hin gekommen war, es geschafft hatte, dem Wäscheständer die Füße ab zu schrauben (also die Schutzkappen auf den Füßen) war es an der Zeit die Wohnung zu sichern.


Wir haben eine Zweizimmerwohnung, es spielt sich also so ziemlich alles im Wohn/Ess-Zimmer-Küchenbereich ab. Da alles abzusichern war ein Ding der Unmöglichkeit. Also sicherten wir stattdessen das Kind, eine Gehschule musste her. Nur, was? Wir waren sehr eingeschränkt vom Platz und es gibt eigentlich kaum Modell die man schnell und einfach immer wieder auf und abbauen kann. Also haben wir improvisiert. Wir haben eine Gehschule ohne fixen Boden (also im Grunde nur ein Zaun) gekauft und diesen an unsern rund um unsere Couch montiert. (tatsächlich an die Couch angeschraubt… die war eh nicht teuer, schon etwas alt und wird nach dem zweiten Kind getauscht, die Flecken gehen schon gar nicht mehr heraus). Von da an saßen meine Tochter und ich also zu zweit im Käfig. Zu anfangs noch viel auf der Couch, im Laufe der Zeit dann immer mehr am Boden, damit sie nicht runterfallen konnte. Um es etwas gemütlicher, haben wir noch einen Buchstaben-Teppich gekauft. Diese Schaumstoffplatten mit Buchstaben und Zahlen zum herausnehmen, die eh jeder kennt. War super zum drauf rumkugeln und auch ok zum sitzen. Damit war meine Tochter in Sicherheit, und auch unsere Einrichtung. Abends waren dann halt mein Mann und ich beim Fernsehen auf der Couch auch eingesperrt, aber das hatte auch was für sich. Bei gemeinsamen Paaraktivitäten, konnte so ein Zaun durchaus interessant werden, wenn man sich oder etwas daran fest macht.


Nachdem die Welt offenbar durch Bauchliegen nicht groß genug wurde, hat meine Tochter auch das Sitzen eingefordert. Zum Aufsetzen hat sie allerdings noch Hilfe gebraucht. Eigentlich bin ich der Meinung, sie soll etwas erst dann machen, wenn sie es auch alleine kann, aber da sie sich selbst gehalten hat, sobald sie aufrecht saß, haben ich es halbwegs ok gefunden. Meistens hat sie sich am Rücken liegend an unseren Händen hochgezogen und sich dann die Umgebung angeschaut. Ganz stabil war es zwar noch nicht, aber es schien ihr großen Spaß zu machen. Mit dem Sitzen kamen wir einer großen Veränderung näher, der Beikosteinführung. Darum wird es aber erst im nächsten Monat gehen.


Fazit über das sechste Monat: wir hätten uns viel Ärger ersparen können. Hätten wir schon vor Monaten über unsere Probleme und Sorgen des Alltags gesprochen, wären viele davon gar nicht erst so groß geworden. Auch muss ich gestehen, viele kleine Dinge habe ich einfach gar nicht wahrgenommen. Ich habe oft nicht gemerkt, was mein Mann mir abnimmt. Damit ergeben sich natürlich schnell Missverständnisse und ungute Gefühle, die gar nicht sein müssten. Mehr miteinander reden, hätte da sehr geholfen. Auch wenn wir an sich vieles ausdiskutieren, haben wir uns da wohl zu oft nicht bis zum Kern des Problems durchgearbeitet, und es damit weitergeschleppt. Vom Freiheitsdrang meiner Tochter war ich dann ein wenig überrumpelt, obwohl ja damit zu rechnen war. Manchmal vergesse wohl auch ich richtig zu planen…

Über Hormone und die Periode nach der Schwangerschaft

Der Weibliche Zyklus ist eine sehr sensible Sache. Nicht nur sein Ablauf an sich, der durch  Hormonschwankungen und innere sowie äußere Einflüsse stark variieren kann, nein, auch der Umgang damit ist so eine Sache. Gerade nach einer Schwangerschaft ist der Zyklus etwas sehr individuelles.

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Wie der Zyklus verläuft regulieren Hormone. Diese werden an verschiedenen Orten im Körper gebildet und ihre Bildung wird von allem Möglichen beeinflusst. Der durchschnittliche Zyklus dauert 28 Tage. Es sind aber auch kürzere oder längere ganz normal, manche Frauen haben auch unterschiedliche lange Zyklen. Wichtig ist hier immer zu wissen wie man selber ungefähr tickt, um zu merken wenn etwas nicht in Ordnung ist.


Gehen wir mal von mir aus. Ich habe einen echten Standardzyklus, mit meist 28 Tagen. Zu Beginn Baut sich ein Hormonspiegel auf, welcher auch für den Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter zuständig ist und zugleich die Reifung der Eizellen steuert. Ungefähr in der Mitte, also nach ca. 14 Tagen, findet der Eisprung statt. Dabei macht sich eine reife Eizelle auf den Weg vom Eileiter in die Gebärmutter. Während dieser Wanderrung kann sie befruchtet werden (das Fenster sind ca. 24h, also ziemlich kurz). Geschieht das nicht, fällt der Hormonspiegele wieder ab und die Schleimhaut mitsamt unbefruchteter Eizelle wird, wieder ca. 14 Tage später, wieder Ausgeschieden. Das ist der Beginn der Periode und des neuen Zyklus.


Änderungen im Hormonspiegel können diesen an sich regelmäßigen Ablauf stören. Und eine Geburt erzeugt eine Änderung im Hormonhaushalt der sich gewaschen hat. Während der Geburt werden Hormone ausgeschüttet die wie Opiate wirken, also Schmerzstiller sind. Auch beruhigende Hormone spielen eine wesentliche Rolle. Direkt danach werden dann, neben Glückshormone und Hormonen zum Bildungsaufbau, auch Hormone zur Milchbildung ausgeschüttet. Und diese sind es, die den Zyklus nach der Geburt am meisten beeinflussen. Sie hemmen nämlich den anfänglichen Anstieg der Zyklushormone. Damit kommt der ganze Zyklus nicht richtig in Gang und es bleibt der Eisprung, aber auch Periode, aus.


Dieses Ausbleiben der Periode ist der Grund, warum man öfter hört, man könnte direkt nach einer Geburt nicht schwanger werden. Leider ist das nicht der Fall. Die hemmende Wirkung ist relativ schwach. Außerdem ist sie nur so lange aktiv, wie das Baby sehr regelmäßig stillt. Studien haben da gezeigt, dass um wirklich einen Eisprung verhindern zu können, das Baby alle zwei Stunden trinken muss, rund um die Uhr, auch nachts. Das ist erstens einmal eher selten der Fall und zweitens wollen wir Mütter das auch nicht unbedingt. Und sobald ein Eisprung stattfindet kann die Eizelle auch befruchtet werden, man kann also auch schwanger werden. Je nachdem wie stark der Spiegel abweicht (manche Frauen reagieren da empfindlicher als andere), kann es sein, dass sie keinen Gebärmutterschleimhaut aufbaut, und damit eine Einnistung verhindert wird. Aber auch das ist natürlich nicht sicher. Kurz um, auch wenn ihr keine Periode nach der Geburt habt, solltet ihr unbedingt verhüten (außer natürlich ihr wollt gleich wieder schwanger werden). Schon alleine aufgrund der Tatsache, dass der Eisprung ja vor der Periode ist. Habt ihr also eure Periode nicht bekommen, kann das auch immer heißen, dass ihr bereits wieder schwanger seid.


Wie ich im Kapitel Stillen geschrieben habe, hat meine Tochter einen eher unregelmäßigen Stillrhythmus. Vergleicht man die Tage miteinander ist er zwar sehr gleichmäßig (immer um 9uhr, 11uhr, 14uhr, usw.) die Abstände sind jedoch nicht immer gleich. Gerade nachts waren auch schon mal fünf Stunden dazwischen. Damit wäre jede mögliche verhütende Wirkung passé. Ich habe also von Anfang an damit gerechnet meine Periode zu bekommen.


Es hat dann jedoch doch etwas länger gedauert als ich angenommen habe. Erst als meine Tochter vier Monate alt war, habe ich die erste richtige Periode bekommen. Diese erste war ziemlich stark, hat aber nur ca. 7 Tage gedauert. Ich glaube es hat da alles was sich in den Monaten davor so aufgebaut hatte auf einmal raus gespült. Schmerzhaft war sie zum Glück nicht. Ich habe an sich immer eher starke Beschwerden und nehme auch immer mal wieder Schmerzmittel. Daher war ich darauf durchaus vorbereitet. Von dieser ersten Blutung weg hat sich mein Zyklus dann langsam wieder an seinen normalen Zustand angepasst. Zunächst waren es fast zwei Monate bis zur nächsten Blutung, dann ca. 6 Wochen und ab dann waren es schon die ca.28 Tage. Auch die Blutung an sich hat sich langsam eingependelt. Von sehr stark, dafür eher etwas kurz, auf relativ schwach und ca. 9 Tage lang. Damit bin ich ca. wieder dort, wo ich vor hormoneller Verhütung und anschließender Schwangerschaft war.


Meine Tochter hat es nicht gekratzt, wenn ich meine Periode hatte. Ich habe auch gelesen, dass manche Babys da empfindlich reagieren, weil auch in der Muttermilch Hormone sind, die sich da natürlich auch verändern. Meine Tochter schien das nicht zu merken. Dafür hatte ich öfter das Gefühl, kurz vor der Blutung ihre Launen schlechter zu ertragen als sonst.


Nach der Geburt ist man auf Grund der Hormone ziemlich nahe am Wasser gebaut. Babyblues nennt man das im Allgemeinen. Manche haben das auch über ein paar Wochen hinweg. Wichtig ist hierbei darauf zu achten wie die Grundstimmung ist. Es ist ganz normal leicht weinerlich zu sein. Auch Erschöpfung in einem gewissen Rahmen ist normal. Überfordert fühlen sich wohl so ziemlich alle jungen Mamas erst einmal. Es sollte sich aber innerhalb der ersten paar Wochen wieder etwas legen. Sollte die Stimmung aber nicht besser werden, und ihr das Gefühl haben, ihr seid mit der ganzen Situation komplett überfordert, so sprecht das unbedingt an. Ein Gespräch mit eurem Partner, der besten Freundin oder auch eurer Mutter (wichtig ist, dass es auch angenehm ist mit demjenigen darüber zu reden) kann euch helfen zu merken, ob das noch immer im Rahmen ist, oder ob ihr euch besser professionelle Hilfe holen solltet. Eine Wochenbettdepression ist nichts, was man mal so eben aussitzen kann. Damit es euch, aber auch eurem Baby und euerm Partner gut geht, sollet ihr unbedingt aktiv werden, wenn ihr merk, dass ihr nicht mehr könnt. Darum gilt auch hier, wie immer: seid lieb zu euch. Holt euch Hilfe, steht dazu, wenn ihr mal Zeit für euch braucht. Wir können uns nur um andere kümmern, wenn wir uns auch um uns selbst kümmern. Damit es uns wirklich allen gut geht.


das fünfte Monat/ Baby auf Reisen

Sommer, Sonne, Strand und… Moment, da war ja was. Unser fünfter Monat war eine Berg- und Talfahrt, im wahrsten Sinne des Wortes. Zwar beruhigte sich die Lage zu dieser Zeit gerade etwas, doch wir steckten noch immer mitten in einer Pandemie und waren daher mehr oder weniger eingeschränkt in unserem Bewegungsradius.

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Meine Tochter hat ihren eigenen Bewegungsradius zu Beginn des fünften Monats einmal ordentlich erweitert. Nachdem sie bereits einige Zeit sich wie ein Uhrzeiger gedreht hat, und damit gerne auch mal ihren Spielebogen durch die Gegend geschoben hat, hat sie es dann auch geschafft, sich selbst auf den Bauch zu drehen. Ich bin in so ziemlich allen Belangen der Meinung, dass sie alles von sich aus und in ihrem Tempo lernen muss. Daher habe ich ihr auch beim Umdrehen nicht geholfen. Sie war keine „Bauchliegerin“, eigentlich hat sie das immer nur auf dem Bauch von einem von uns gemacht, und dann meist geschlafen. Wenn ich sie auf den Bach gelegt habe, hat sie meistens protestiert und wollte wieder umgedreht werden. Daher habe ich damit aufgehört und mir gedacht, sie wird schon selbst wissen, wann sie soweit ist. Und das wusste sie dann auch. Kaum hatte sie das Umdrehen endlich geschafft, war auf dem Bauch liegen plötzlich das Tollste überhaupt. Meine Cousine nennt diese Phase liebevoll Schildkröte, und das ist nicht ganz von der Hand zu weißen. Sieht schon recht lustig aus, wenn sie da so Trockenschimmübungen machen. Nachteil: wieder zurück ging es zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Daher habe ich sie, wenn ich gemerkt habe es wird ihr zu anstrengend, einfach wieder auf den Rücken gedreht. Übrigens: Uhrzeiger hat sie auch in Bauchlage gespielt, und damit den Bereich, den sie selbständig erreichen konnte, natürlich erheblich vergrößert.


Im Sommer durfte man zwar offiziell auf Urlaub fahren, nur wusste halt niemand so genau wie sicher das war. Von Einreisebestimmungen in anderen Ländern bis zur Quarantäne nach der Rückkehr war das alles recht kompliziert. Wir hatten in diesem Sommer ohnehin keinen Auslandsurlaub geplant. Mit einem vier Monate alten Baby wollte ich es lieber ruhig haben. Außerdem fahren wir ohnehin meist nur jedes zweite oder dritte Jahr ins Ausland. Das hat bei uns viele Gründe.


Zum einen überlegen wir uns meist gut wo es hin gehen soll und planen dann auch, was wir an den Orten machen wollen. Mit einem kleinen Baby fallen viele Dinge weg. Zumal ich der Meinung bin, dass man sich gerade am Anfang durchaus etwas nach dem kleinen Zwerge richten kann. Nicht, dass man gar nichts mehr machen soll. Aber nach ein, zwei, drei Tagen mit viel Aufregung (und für Babys ist nun mal so ziemlich alles aufregend, weil neu) sollte man dann mal wieder ein paar Tage Ruhe einlegen. Da ich meinen Urlaub im Ausland aber voll ausnützen möchte, spricht das aus meiner Sicht dafür, mir ein anderes Ziel zu suchen.


Ein weiterer Grund ist, dass wir meistens nur eine Woche am Stück wegfahren, und da bieten sich Fernreisen nun mal nicht an. Das liegt zu einem daran, dass mein Mann sich nicht beliebig lange Urlaub nehmen kann (drei Wochen am Stück gehen im Sommer in seiner Firma gar nicht), zum anderen haben wir ja auch noch Verpflichtungen zu Hause (unsere Pferde). Daher wollen längere Reisen gut geplant sein.


Und last but not least, die Familie meines Mannes hat ein Ferienhaus in den Bergen. Dorthin zu fahren ist nicht nur günstiger, sonder auch bequemer. Wir haben alles was wir brauchen und können bei der Gelegenheit auch immer seine Großeltern besuchen fahren. Daher ging unsere erster Urlaub mit Baby auch in die Berge. Das Ferienhaus ist etwas Besonders für mich, da viele wichtige Ereignisse unserer Beziehung dort stattgefunden haben. Es war unser erster gemeinsamer Urlaub, der Ort an dem mein Mann mir einen Heiratsantrag gemacht hat und schließlich auch der Ort an dem ich erfahren habe, dass ich schwanger war. Kurz um, es ist ein sehr persönlicher und positiver Ort. Für unsere Pläne änderte die Pandemie erst einmal nichts. Und dann wieder alles. Meine Eltern fahren jedes Jahr zur selben Zeit ins selbe Land und machen dieselbe Art von Urlaub. Sie sind wirkliche Sommer-, Sonne-, Strand- und Meerurlauber. Und das war, wie oben beschreiben, dieses Jahr etwas schwierig. Und so sind sie kurzerhand mit uns mitgefahren. Also nicht direkt bei uns ins Haus, sondern in eine Ferienwohnung zwei Häuser weiter. Sie direkt für eine Woche bei mir zu haben wollte ich dann doch nicht. Zum einen weil ich nicht wollte, dass sie, wenn die Kleine nachts weint, oder sehr früh aufsteht, auch gleich mit wach sind. Zum anderen, weil ich in meinem Urlaub auch einen Rückzugsort haben wollte.


Bevor wir weg gefahren sind, hatten wir dann aber noch ein medizinisches Problem zu bewältigen. Eine Woche bevor wir aufbrachen, hat mein Mann eines Abends auf Blut im Stuhl unsere Tochter gefunden. Es war nur sehr wenig, und wir haben kurz überlegt ob wir wirklich sofort zum Arzt müssen. Sicherheitshalber sind wir dann gleich gefahren. Da es aber Freitagabend war, musste es dann direkt das Krankenhaus sein. Dort haben sich mich, nach einem kurzen Check, mit den Worten: „ das schaut man sich meist erst an wenn es mehrmals aufgetreten ist“ wieder heim geschickt. Also haben wir beobachtet… und es ist einige Tage später, am Tag bevor wir wegfahren wollten, wieder aufgetreten. Da mein Kinderarzt auf Urlaub war, bin ich erneut ins Krankhaus gefahren. Wo sie wieder gemeint haben, es sei schon nichts Schlimmes. Mit ein bisschen jammern habe ich es dann doch geschafft, dass sie eine Stuhlprobe untersuchen haben lassen. Herausgekommen ist: Nichts. Insgesamt ist es in den darauffolgenden Wochen ca. 4 Mal aufgetreten. Wir wissen bis heute nicht was es war. Da sie zu dieser Zeit noch voll gestillt wurde, war es nichts, was sie selbst gegessen hat. Aber wir nehmen an, dass es etwas war, das ich gegessen habe. Wahrscheinlich Kaffee, den ich nicht sehr oft trinke und auch selbst nicht so gut vertrage. Aber wir wissen es schlicht und ergreifend nicht.


Auf Urlaub sind wir trotzdem gefahren, war ja keine Fernreise. Und der Urlaub war sehr nett. Wenn auch etwas anstrengend. Wir haben uns ein Reisegitterbett angeschafft, das auch sehr gut zum auf- und abbauen ist und größenmäßig auch die nächsten Urlaube noch passt. Nur leider war sie nicht sehr begeister darin einzuschlafen. Daher haben wir sie am Arm in den Schlaf gebracht, und dann abgelegt. Das hat ganz gut funktioniert. Was leider nicht so gut funktioniert hat, war die Regelmäßigkeit. Da wir meist vormittags wandern waren, und sie dabei in der Rückentrage meist geschlafen hat, war sie dann später nur schwer ins Bett zu bekommen. Bis zum Abend hat sie es dann natürlich nicht geschafft, und mehr als einmal ist es uns passiert, dass sie dann um sechs Uhr noch mal geschlafen hat. Sie dann um neun (ihre normale Zeit am Abend bis heute) dann ins Bett zu bekommen war dementsprechend mühsam.


Ansonsten war Wandern aus ihrer Sicht wohl ganz nett. Mein Rücken hat es mir nicht sehr gedankt, obwohl mein Mann und ich uns abgewechselt haben. Schon am zweiten Tag hatte ich starke Schmerzen und hab am Dritten dann pausiert. Das hat es zwar etwas besser gemacht. Aber mir war damit klar, dass sich die Mai-Tai leider nicht zum Wandern eignet. Wir haben uns dann für den nächsten Urlaub eine neue Trage, ein Schnallenmodell mit Polsterung gekauft. Darüber werde ich noch in einem späteren Kapitel schreiben.


Zu meinem eigenen Erstaunen habe ich in dieser Zeit meine Periode mal wieder bekommen. Wie im Kapitel zum Wochenbett erwähnt, hatte ich vier Wochen nach der Geburt so etwas wie eine Periode, danach jedoch nicht mehr. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Viele Frauen bekommen so lange sie voll stillen gar keine Blutung, manche auch danach noch eine Zeitlang nicht. Ich stillte zu dieser Zeit noch voll, war also etwas überrascht. Die erste Periode war sehr stark, zum Glück aber nicht sonderlich schmerzhaft. Bis ich die Pille genommen habe (mit 20 Jahren), hatte ich oft sehr starke Schmerzen und habe mich auch ab und an mal übergeben müssen. Die Pille hat das besser gemacht. Nach dem absetzen hatte ich nur eine Blutung, und die war sehr harmlos. So war ich auch etwas gespannt, wie es sich entwickeln würde. Alles in Allem war diese erste Blutung zwar sehr stark, aber mit knapp eine Woche zeitlich ok. Zum Thema Periode nach der Schwangerschaft wird noch ein eigenes Kapitel kommen.


Wie oben erwähnt besuchen wir in diesen Urlauben meist auch die Großeltern meines Mannes. So auch in diesem Jahr. Auf Grund der Pandemie haben wir sie jedoch leider nicht sehr oft sehen können bisher. Umso schöner ist es, wenn es dann doch einmal klappt. Nicht jeder kann heutzutage noch sagen, er hat seine Urgroßeltern noch kennen gelernt, und auch umgekehrt ist es etwas Schönes, die Urenkerl noch kennen zu lernen.


Diese gesamte ohnehin schon aufregende Zeit hindurch hat meine Tochter obendrein auch noch sehr starke Beschwerden wegen ihrer Zähne. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch gehofft, dass es nicht allzu lange dauern würde, bis die ersten Zähne durch wären. Das hat sich leider nicht bewahrheitet. Oft hat sie sehr viel geweint und war sehr anhänglich. Zu dieser Zeit hat sie auch sehr schlecht geschlafen, war vier oder fünf Mal pro Nacht wach und hat mich viel Kraft gekostet. Kaum war Besuch da oder wir waren woanders, war sie ein fröhliches Kind, das kaum jammerte und immer gut gelaunt war. Das hat zu der seltsamen Situation geführt, dass mich alle immer zu meinem ach so lieben und braven Kind beglückwünscht haben und ich umgekehrt nur dachte: sie sollen alle still sein, weil sie gar nicht wissen wie schlimm sie sein konnte.


Mit meinem Mann habe ich damals viel gestritten. Zum einen hat er stets gemeint, andere hätten viel schlimmere Babys und wir dürften uns daher nicht beschweren. Zum anderen war er ja nie alleine mit ihr. Da sie aber immer leichter abzulenken, und damit besser gelaunt war, wenn möglichst mehr als eine andere Person anwesend war (und man dann vielleicht auch mal aufs Klo gehen konnte, ohne dass sie geweint hat) war es natürlich etwas anderes, wenn man zu zweit war.


In meiner Verzweiflung habe ich dann angefangen ihm unter Tags immer zu schreiben, wenn sie mir mal wieder eine Stunde lang gejammert oder geweint hat. Einfach damit er auch merkte, wie sie sein konnte. Was ich damals noch nicht gemacht habe, war mit andern darüber zu reden.


Auch ich habe mir oft gedacht: anderen geht es ja noch viel schlimmer als mir selbst. Ich kenn genug, bei denen die Babys von der Geburt an kaum eine Nacht länger als ein, zwei Stunden am Stück geschlafen haben. Oder wo das Baby aus dem Nichts heraus anfangen zu weinen, und man sie kaum wieder beruhigen kann. Daher habe ich mir oft gedacht, es steht mir nicht zu mich zu beschweren. Aber ich habe auch gelernt, wie sehr es mich belastet, so zu tun als wäre alles in Ordnung. Oft wollte ich mich einfach nur noch verkriechen. Gerade Besuche, die ja eigentlich gut waren, weil meine Tochter dann abgelenkt und besser gelaunt war, waren für mich sehr anstrengen. Ich wollte meine Ruhe haben und nicht immer hören wie ach so lieb sie doch war. Wenn dann auch noch erzählt wurde, wie anstrengend doch ein anderes Baby war, das drei Mal die Nacht wach war, wollte ich am liebsten schreien, oder weinen.


Im Nachhinein hätte ich spätestens zu dieser Zeit offen reden sollten. Spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt gewesen, einfach zu sagen: „Stimmt, ist schlimm wenn das Baby drei Mal wach ist. Meine Tochter ist das auch gerne Mal oft auch öfter.“ Einfach mal sagen: „ Wenn viele Leute da sind ist sie ein Sonnenschein, aber wenn man nur alleine mit ihr ist, dann kann ich teilweiße nicht mal aufs Klo gehen ohne dass sie weint“ Es hätte mir sehr gut getan die Wahrheit zu sagen. Und es hätte mir viele Weinanfälle erspart.


Zu dieser Zeit begann das Stillen für mich sehr belastend zu werden. Da ich voll gestillt habe war es nicht möglich meine Tochter einfach mal für ein paar Stunden mit den Großeltern oder meinem Mann raus zu schicken, und mich auszuruhen. Da sie zudem meist am Vormittag längere Pausen gemacht hat, und am Nachmittag eher öfter getrunken hat, war es noch schwerer Zeit für mich selbst zu bekommen. Ich habe es teilweiße verflucht. Oft bin ich weinend am Abend am Küchenboden gesessen, weil ich nicht mehr wusste, wie ich es machen sollte. Kurz habe ich sogar daran gedacht abzustillen. Aber zum einen war und bin ich der Überzeugung, dass, wenn man Stillen kann, es das Beste fürs Baby ist. Zum anderen hat meine Tochter die Flasche obendrein verweigert. Und das letzte was ich wollte war sie zu etwas zu zwingen. Also habe ich durchgehalten.


Meine Mutter hat mal gesagt: „Kinder bringen einen an seine Grenzen, und auch darüber hinaus.“ Dem kann ich nur zustimmen. Was ich aber noch anfügen möchte. Wenn man merkt man kommt über die Grenzen hinaus, dann ist es ein Zeichen von Stärke sich Hilfe zu holen. Ich habe das leider erst nach dem Nächsten Paukenschlag gemacht. Aber das erzähle ich dann im nächsten Kapitel.

Mutter-Kind-Pass und andere Arzttermine

Wenn ihr bei eurem Frauenarzt die Schwangerschaft bestätigt bekommt, erhaltet ihr auch euren Mutter-Kind-Pass. In diesem Pass werden alle wichtigen Daten von euch, und später euch eurem Baby eingetragen. Für die nächsten Jahre (ja Mehrzahl, alleine bis zur letzten eingetragen Untersuchung sind es 2 ½ Jahre), wird dieser Pass eurer ständiger Begleiter sein.

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Die ersten Seiten sind für die Untersuchungen in der Schwangerschaft. Diese Informationen können, sollte euch etwas passieren, lebenswichtig für euch und euer Baby sein. Daher solltet ihr den Pass unbedingt immer dabei haben. Solltet ihr wegen irgendetwas in dieser Zeit bei einem Arzt sein, wird der euch meistens nach dem Pass fragen. Auch die wichtigsten Eckdaten der Geburt werden im Pass vermerkt. Das Fängt bei der Art (spontan, Kaiserschnitt, usw.) an und hört bei den Daten eures Kindes auf. Ab dann beginnt das fröhliche Kinderarztaufsuchen.


Schon in den ersten Kapiteln habe ich von unserem kleinen Problemen bezüglich der ersten Untersuchung erzählt. Direkt nach der Geburt wird euer Baby einmal erst Untersucht. Dabei geht es um Gewicht, Größe und einige andere Parameter. Auch Blut wird da das erste Mal abgenommen. Das alles geht recht schnell, bei mir war es erledigt noch bevor der Gynäkologe mit dem Nähen fertig war. Innerhalb der ersten Lebenswoche müssen dann ein paar weitere Untersuchungen gemacht werden. Unter anderem ein Hüftultraschall und eine Ohrenuntersuchung. Wenn ihr nach der Geburt im Krankenhaus bleibt, wird das innerhalb dieser Zeit gemacht. Geht ihr nach Hause, so wie ich, so müsst ihr euch ein bisschen ins Zeug legen. Meistens sind die Kinderärzte im Krankenhaus durchaus bereit den Ultraschall auch noch vor der Entlassung zu machen, wenn nicht müsst ihr nach ein paar Tagen wieder kommen. Die Ohrenuntersuchung kann man leider nicht am Tag der Geburt machen, daher müsst ihr dafür auf jeden Fall entweder ins Krankenhaus oder zu einem HNO. Bei mir war das leider ein Problem, da ich wegen der laufenden Pandemie dafür nicht ins Krankenhaus fahren konnte. Daher hat meine Tochter diese Untersuchung ersten mit 7. Wochen gehabt. Das ist aber auch nicht weiter schlimm.


Einen Kinderarzt zu finden kann, je nach dem wo ihr Wohnt eine kleine Herausforderung sein. Bei uns gibt es innerhalb der umliegenden Ortschaften nur einen einzigen Kassen-Kinderarzt. Der dementsprechend gut besucht ist. Ich hatte Glück, und wohne im gleichen Ort und es war mein erstes Kind, damit habe ich einen Platz bekommen. Weite Fahrzeiten sind leider keine Seltenheit bei diesen Dingen. Mein Kinderarzt ist voll ausgestattet. Ich konnte auch den zweiten Hüftultraschall (6. Lebenswoche) bei ihm machen lassen. Das ist leider nicht immer der Fall. Sollte euer Kinderarzt das nicht können, so muss er euch an einen Orthopäden über weißen.


Weiter geht es dann mit der Untersuchung im 3.-5. Lebensmonat. Je nach Kinderarzt kann es sehr unterschiedlich sein, wo innerhalb dieser Zeitspanne ihr dran seid. Da sich bei Kindern in kurzer Zeit sehr viel ändert, und sie sich natürlich auch nie alle gleich verhalten, können die Untersuchungsergebnisse da sehr weit voneinander Abweichen. Daher macht euch keine Sorgen, nur weil das Nachbarskind schon größer oder schwerer war bei einer der Untersuchung. Oder weil sich das Baby eurer Freundin mit drei Monaten schon auf den Bauch gedreht hat, und eures noch nicht so weit ist. Jedes Baby hat sein eigenes Tempo. Euer Kinderarzt oder eure Hebamme wird euch sagen, wenn es etwas gibt, worum ihr euch sorgen müsst. Wichtig ist, dass ihr euer Kind beobachtet. Solange es zufrieden wirkt, seine Umgebung wahrnimmt und erkundet sollte alles in Ordnung sein. Wenn ihr unsicher seid ist ein Besuch beim Arzt aber nie verkehrt.


Das haben auch wir das eine oder andere Mal gespielt. Das erste Mal war ein ziemlicher Schock Moment. Mein Mann entdeckte abends (da war meine Tochter etwas über vier Monate alt) plötzlich Blut in ihm Stuhl in der Windel. Wir haben dann überlegt was wir machen sollen. Es war nur sehr wenig und sie wirkte nicht so, als würde es ihr schlecht gehen. Ich habe es trotzdem nicht ausgehalten und wir sind noch am Abend ins Krankenhaus gefahren. Die haben dort nichts gefunden und mich mit der Aufforderung wieder zu kommen wenn es nochmal auftreten sollte wieder heim geschickt. Zunächst dachte ich, dass das Ganze damit erledigt wäre. Leider hat es sich einige Tage später wiederholt. Ich bin also erneut ins Krankenhaus gefahren, mein Kinderarzt hatte zu der Zeit Urlaub. Die waren dort zunächst alles andere als begeister und wollten meine Tochter nicht noch einmal ansehen. Ich kann es sogar verstehen, da sie rundum zufrieden und gesund ausgesehen hat. Das Ergebnis war auch erneut, dass ich mit einem gesunden Baby wieder heim fuhr. Eine Stuhluntersuchung hat auch nichts ergeben. Wir haben innerhalb der nächsten Wochen noch ein oder zwei Mal winzige rote Spuren in ihrer Windel gefunden, aber haben bis heute nicht heraus gefunden was es gewesen ist. Da ich zu dieser Zeit noch voll gestillt haben, scheiden Dinge die sie gegessen haben könnte aus. Daher nehmen wir an, dass es etwas war dass ich gegessen habe. Wir sind aber nie drauf gekommen was es genau war. Am ehesten Wohl noch Kaffee. Ich trinke nur recht selten Kaffee und daher könnte es natürlich sein, dass sie es einfach nicht gewöhnt war. Aber wir wissen es schlicht und ergreifend nicht. So plötzlich wie es aufgetreten ist, so plötzlich war dieser Spuk dann auch wieder vorbei. Trotzdem bin ich überzeugt, dass es richtig war sie Anschauen zu lassen. So war ich entspannter und konnte mich ohne ständig Hab acht zu stehen um sie kümmern, und das ist sicher immer der bessere Weg. Auch wenn man dafür vielleicht einmal am Abend noch ins Krankenhaus fährt.


Die nächste geplante Untersuchung steht dann im 7.-9. Lebensmonat an. Dabei werden dann auch das erste Mal motorische Dinge abgefragt. Also ob das Kind bereits sitzt oder krabbelt. Auch hier gilt wieder: alles kann, nichts muss. Manche Kinder sind schneller, andere langsamer. Manche lassen ganze Schritte aus, manche finden es eine gefühlte Ewigkeit völlig ausreichend getragen zu werden. Ich kenne Kinder die nie gekrabbelt sind, sondern alternative Methoden entwickelt haben, vom rutschen auf den Knien bis zum rollen über die Seite. Daher macht bitte weder euch noch eurem Baby einen Stress. Jedes Baby lernt zu seiner Zeit den nächsten Schritt, ganz ohne unser Zutun. Das gilt beim Sitzen wie beim Krabbeln oder später beim Aufstehen.


Meine Tochter konnte zu diesem Zeitpunkt bereits krabbeln. Sie ist auch schon aufgestanden. Dafür war sie sprachlich nicht sehr weit. Sie probiert zwar schon seit ihrem dritten Monat alle möglichen Laute aus, aber weder imitiert sie wirklich, noch wäre auch nur ansatzweiße zu erkennen, dass das auch einmal Wörter werden sollen. Ich mach mir da aber keine Sorgen. Mein Bruder hat erst mit knapp drei Jahren angefangen zu sprechen. Davor war Mama und Da so ziemlich das einzige was er gesagt hat. Jedes Baby ist da halt anders.


Die Abstände zwischen den Untersuchungen nehmen im Laufe der Zeit immer weiter zu. Zu Anfangs misst man da eher in Wochen, später dann in Monaten. Ich habe immer bei der Untersuchung gleich den nächsten Termin mit ausgemacht. Da ich dazu neige sonst zu vergessen oder viel zu spät dran zu sein, ist das für mich der einfachere Weg. Man muss es dann halt in den Kalender schreiben, nicht dass man dann genau in der Zeit auf Urlaub fahren will.


Was meine Tochter bei der 8. Monats Untersuchung noch nicht hatte, waren Zähne. Aber zu denen habe ich ein eigenes Kapitel geschrieben und es wird auch sicher zumindest noch ein weiteres kommen.


Mit Kindern ist man immer mal wieder beim Arzt. Viel mehr als man als Erwachsener so im Allgemeinen ist. Ich bin an sich ein Mensch der relativ oft zum Arzt geht, also außer zum Zahnarzt. Insofern war es für mich nicht so ungewöhnlich. Mein Mann geht aber nur zum Arzt wenn es gar nicht anders geht. Vorsorgeuntersuchung ist für ihn ein Fremdwort und selbst wenn er mal beim Arzt ist, heißt das nicht, dass er dann auch wieder hingeht, nur weil man es ihm sagt. Insofern hatten wir auch unterschiedliche Meinungen ob man wegen irgendetwas zum Arzt muss oder nicht. Ich neige dazu lieber einmal zu oft gegangen zu sein. Bisher bin ich damit ganz gut gefahren. Als meine Tochter kurz vor ihrem ersten Geburtstag einen juckenden Ausschlag im Nacken hatte, war es dann aber ich, die nicht zum Arzt wollte. Drei Wochen vor dem nächsten Termin kam ich mir dann doch etwas Blöd vor, zumal ich mir ziemlich sicher war, dass nicht wirklich etwas Erstes vorlag. Als sie sich dann jedoch blutig gekratzt hatte, bin ich dann doch gegangen. Wir haben dann eine Woche Salben geschmiert und die Sache war erledigt. Ob es wirklich nötig war, weiß ich nicht. Aber ich hätte auch nicht gewusst, wie ich sie davon abhalten sollte sich alles aufzuschaben.


Rund um den ersten Geburtstag steht dann die nächste geplante Untersuchung an. Meine Tochter hat die Fragen des Arztes da gleich vorweg genommen, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits gehen konnte. Auch wenn sie zu dieser Zeit noch sehr gerne zwischendurch gekrabbelt ist. Was ich nicht wusste, ist, dass Kinder zu dieser Zeit oft weitsichtig sind. Zumeist wächst es sich noch aus. Aber ich weiß schon mal, dass ich etwas aufmerksamer sein werde, ob sie später vielleicht Probleme mit den Augen hat.


Ein Thema, das sich durch das ganze Erste, und auch das zweite Lebensjahr zieht, ist das Impfen. Viele Impfungen werden ausdrücklich empfohlen. Die meisten davon werden auch von der Krankenkasse gezahlt, manche nicht, manche nur Teilweiße. Ich habe meine Tochter so ziemlich alles impfen lassen, was laut Impfplan empfohlen wird. Ich finde es ist meine Aufgabe sie, sofern ich es kann, vor schweren Erkrankungen zu schützen. Impfungen des nationalen Impfplans sind gut erprobt und werden teils seit Jahrzehenten eingesetzt. Schwere Nebenwirkungen mit Langzeitfolgen sind da äußerst selten. Zudem sind die Krankheiten, die sie verhindern, durchwegs sehr gefährlich und können oft tödlich enden. Da ist mir ein kleiner Piks für sie erheblich lieber. Einige Impfungen rufen Nebenwirkungen wie Fiber hervor. Das ist eine normale Reaktion und hat damit zu tun, dass das Immunsystem seine Arbeit tut. Um aus der Impfung einen Schutz vor der Krankheit zu erhalten, muss unser Immunsystem sie verarbeiten, und dass kann manchmal eben Fieber erzeugen. Ich habe Biotechnologie studiert, wie Impfungen funktionieren ist mir voll und ganz bewusst. Ich möchte euch damit hier aber nicht langweilen. Wenn es euch interessiert, dass schreibt es in die Kommentare, dann schreib ich gerne einmal ausführlicher darüber. Hier nur noch so viel: Eine Impfung trainiert unser Immunsystem, eine Krankheit zu erkennen und daher sie schnell und ohne Ausbrechen der Krankheit zu beseitigen. Dafür kann die Impfung nur Teile eines Erregers, oder aber auch tote ganze Erreger oder schwache Formen des lebenden Erregers enthalten. Je nach dem sind dann auch mit anderen Nebenwirkungen zu rechnen. Lebendimpfstoffe, wie zum Beispiel bei Masern, erzeugen öfter Fieber, teilweiße sogar Scheinformen der Erkrankung (Impfmasern). Das ist verglichen mit der echten Erkrankung aber komplett ungefährlich. Mein Kinderarzt hat mir bei diesen Impfungen bereits im Vorfeld ein Rezept für Fiebersenker gegeben, die ich dann bei Bedarf gegeben habe. Damit ist ihr geholfen und der ganze Spuk ist nach einem Tag wieder vorbei.


Mühsam habe ich in diesem Zusammenhang nur die Planung empfunden. Es sind recht viele Impfungen und nicht alle kann man Zeitgleich machen lassen. Am besten ihr fragt euren Kinderarzt oder die Sprechstundenhilfe, wann welche Impfung zu machen ist, und ob ich auch alle zweit Termine gemacht habt. Dann startet euer Baby so gut vorbereitet wie möglich in ein gesundes Leben.

Zahnen, die Erste

Das Zahnen ist, wie alles bei Babys und Kindern, etwas sehr individuelles. Vom Zeitpunkt über die Reihenfolge bis zu den Symptomen gibt es eine sehr große Bandbreite was „normal“ ist. Und selbst wenn das Baby scheinbar nirgendwo rein passt, heißt das noch lange nicht, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Die meisten Babys bekommen ihren ersten Zahn irgendwann zwischen dem Dritten und 12 Monat. Ihr seht schon, hier ist die Bandbreite sehr groß. Oft liest man vom 5. Bis 7. Monat, aber das ist nur ein sehr eingeschränkter Durchschnittswert. Statistiken sind halt leider so, dass ein Mittelwert nichts über die Streuung aussagt (für alle nicht Statistikaffinen: Streuung heißt: wie weit dürfen Werte vom Mittelwert abweichen und sie sind trotzdem noch im normalen Bereich. Eine Weite Streuung heißt, der Mittelwert ist nicht so eindeutig wie er auf den ersten Blick vielleicht scheint und eine Abweichung ist nicht dramatisch).


Im Allgemeinen kommt als erster Zahn meist einer der unteren ersten Schneidezähne, oft kommen auch beide zeitgleich oder zeitnah. Das heißt nicht, dass es bei jedem so ist. Es gibt auch Babys die bekommen zuerst die oberen Schneidezähne, oder die zweiten, oder die Eckzähne… also wieder: sehr individuell das Ganze.


Die Symptome können von ein bisschen Sabbern, alles Anknabbern und Kauen über weinerlich bis wirklich Schreien gehen. Und sie können von wenigen Tagen bis Wochen, sogar Monate dauern. Gerade bei Kindern die starke Schmerzen haben und über Tage oder Wochen hinweg sehr viel schreien, solltet ihr mal euren Kinderarzt fragen. Das Problem könnte immer auch eine andere Ursache haben. An sich ist langes Zahnen aber nichts Ungewöhnliches. Ich habe bei meiner Recherche hier oft Angaben von drei bis acht Wochen gefunden. Nun ja…meine Tochter hat vom Auftreten der ersten Symptome, mit ca. 3 ½ Monaten, bis der erste Zahn endlich heraußen war sechs Monate gebraucht. Gut Ding hat hier halt Weile gebraucht.


Das Ganze ist immer Wellenartig aufgetreten und wurde dann wieder besser. An der Spitze so einer Welle war sie meist für ein paar Tage sehr anstrengend, wollte viel getragen werden, hat vor allem unter tags sehr schlecht geschlafen und teilweiße hat sie auch schlechter gegessen. Dazwischen war es mit starkem Sabbern und Kauen (auf so ziemlich allem, am liebsten aber auf Holz, Stoff oder Kautschuk) eher unauffällig. Die ersten paar Wochen (ich glaub die ersten 6-8) haben wir viel mit einer pflanzlichen Salbe (Osa) ihre Kauleisten eingeschmiert. Diese Salbe kühlt und hat durch die enthaltenen Nelken auch eine leicht schmerzstillende/betäubende Wirkung. Wenn die Schmerzen nicht zu schlimm waren, hat ihr das meist ausgereicht um gut durch den Tag zu kommen. Das war auch der Beginn der Phase in der sie nachts schlechter geschlafen hat. Teilweiße ist sie zwischen drei und fünf Mal pro Nacht wach gewesen. Besonders mit 7., 8. Monaten war es sehr anstrengend. Ich bin dann schon sehr fertig gewesen und habe mich oft gefragt, wie ich die Tage durchstehen sollen. Da sie aber zum Glück meist schnell wieder eingeschlafen ist, hatte ich zwar einen unruhigen Schlaf, aber ich habe geschlafen.


Die Wellenspitzen wurden mit der Zeit schlimmer und auch die Phasen dazwischen. Daher sind wir auf Dentinox umgestiegen. Einer Salbe mit chemischem Wirkstoff, die die Kauleisten betäubt. Das hat es erheblich verbessert, wenn auch leider nur untertags. Nachts hat sie sich vor allem mit Stillen beruhigen lassen.


Irgendwann, ich glaube so am Ende des 8. Monats, habe ich dann angefangen einfach jeden Tag in der Früh die Salbe aufzutragen. Im Laufe des Tages hat man dann gut gemerkt wenn sie nicht mehr wirkte und sie wieder stärkere Schmerzen hatte, dann habe ich nach geschmiert. Es waren dann nur mehr sehr wenige Tage in denen es besser war, aber zumindest waren die Spitzen auch nicht viel schlimmer. Daran geglaubt dass das mit den Zähnen noch mal was wird, hab ich da schon eher nicht mehr. Auch wenn ich natürlich weiß, dass alle Babys am Ende noch ihre Zähne bekommen haben. Geholfen hat mit dann die Freundin meines Cousins. Deren gemeinsamer Sohn ist nur ein Monat älter als meine Tochter und hat sehr ähnlich gezahnt wie sie. Bei ihm waren dann die ersten beiden Zähne von einem Tag auf den anderen mit ca. 9. Monaten plötzlich da. Dass hat mir ein bisschen Hoffnung gemacht. Und was soll ich sagen, mit ziemlich genau 9. Monaten waren auch bei meiner Tochter dann, ohne dass man es an ihrem Verhalten hätte erkennen können plötzlich eines Morgens die untern beiden 1. (also die ersten Schneidezähne ganz vorne) da. Und von einem Tag auf den Anderen waren die Symptome des Zahnes weg. Sie hat nicht mehr stark gesabbert und hat erheblich weniger gejammert. Sie kaut noch immer auf allem Möglichen herum, aber das ist nichts Ungewöhnliches. Da sich im Mund sehr viele Sinneszellen befinden begreifen Babys und auch Kleinkinder ihre Umgebung sehr gerne über den Mund. Daher stecken sie sich auch alles was sie finden können erst mal in den Mund, um es zu kosten (oder begreifen). Das kann leider auch zum verschlucken führen. Daher sollte man unbedingt immer darauf achten, dass die Gegenstände nicht zu klein sind.


Interessanter Weiße ist das durchbrechen der ersten Zähne bei uns noch mit eine weiteren Ereignis zusammen gefallen. Nur sehr kurze Zeit später hat meine Tochter sich selbst abgestillt. Sie hat zu diesem Zeitpunkt nur noch nachts gestillt, meist zwei Mal. Innerhalb von nur einer Woche hat sie dann zuerst auf einmal pro Nacht und dann auf kein Mal/durchschlafen umgestellt. Ich weiß nicht, ob das etwas mit den Zähnen zu tun hatte, aber es war eine sehr nette Begleiterscheinung.


Was mit dem durchbrechen der ersten Zähne auf jeden Fall einher geht ist der Beginn der Zahnpflege. Schon die ersten kleinen Milchzähnchen müssen unbedingt von Anfang an geputzt werden. Wir haben uns dafür zunächst eine Fingerzahnbürste aus Stoff, mit eingearbeiteten Silberfäden gekauft. Die ist sehr weich und angenehm im Mund, sodass unsre Tochter das Ganze nicht so tragisch fand. Leider ist der Stoff sehr schnell ziemlich ranzig. Wir sind dann auf Silikon umgestiegen. Auch da gibt es Fingerzahnbürsten in Drogerien oder Kinderausstattungsgeschäften. Ich werde in nächster Zeit einmal einen Beitrag mit einer Sammlung an Internetseiten und Geschäften machen, wo ich die meisten der in den Texten genannten Produkte gekauft habe und wie gut wir mit ihnen zurecht gekommen sind. Die Silikonbürste hat den Vorteil, dass sie richtige kleine Borsten hat, und damit besser wirkliches Putzen darstellt. Sie ist aber auch unangenehmer. Meine Tochter mochte sie anfangs überhaupt nicht. Es hat ein paar Tage gedauert bis sie aufgehört hat zu weinen, wenn ich damit in ihrem Mund war. Da es aber keine Alternative zum Putzen gibt, mussten sie und ich da durch. Nach ca. zwei Wochen hatte sie sich daran gewöhnt und macht sogar brav den Mund auf, wenn man mit der Zahnbürste kommt.


Ihre nächsten Zähne kamen kurz nach ihrem ersten Geburtstag. Das waren dann gleich vier Stück auf einmal (alle oberen Schneidezähne), und es hat ca. 5 Tage gedauert. Im Vergleich zum ersten Mal war das Ganze ein Kinderspiel. Ich habe in diesen 5 Tagen vielleicht drei Mal Dentinox geschmiert und sie war weder sonderlich grantig noch hat sie auffällig schlecht geschlafen. Nur Zähneputzen gibt in dieser Zeit, und auch ca. 10 Tage danach, überhaupt nicht. Obwohl sie es zu dieser Zeit schon recht gut gemacht hatte. Ich nehme an, das Zahnfleisch war sehr Druckempfindlich, auch wenn es wohl nicht stetig weh getan hat, wie bei den ersten zwei Zähnen. Sobald sich alles beruhig hatte war auch das Zähneputzen kein Problem mehr.


Über die weiteren Zähne und alles was so rund um sie herum passiert, werde ich dann in den nächsten Teilen erzählen.

Das vierte Monat/ ein Sturm zieht auf

Der vierte Monat begann bei uns mit einem Paukenschlag. Wir hatten gleich zwei große Familientreffen innerhalb von einer Woche. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, bin ich kein großer Freund von solchen Treffen. Allein schon die Anfahrt ist mühsam, weil man mit Baby gefühlt mit Reisekoffer anreisen muss. Und die Veranstaltung an sich wird dann ja auch nicht einfacher.

Details

Wenn ich auf Urlaub fahre, packe ich mit Liste ein, damit ich auch wirklich nichts vergesse. Das mach ich bei Ein-Tages-Touren natürlich nicht. Deshalb bleibt fast immer etwas liegen. Meistens sind es nur kleine Dinge (der zweite Body zum Wechseln, ein Waschschlappen usw.) manchmal aber auch ziemlich wesentliches. Ich habe es sogar einmal geschafft die Windeln zu vergessen… Zum Glück hatten wir eine Wegwerfwindel in Reserve in der Tasche und waren nicht sehr lange unterwegs. Schon alleine das stresst mich ungemein. Dazu kommen bei größeren Feiern immer auch die Menschen an sich. Ich bin zwar nicht gerade ein Eigenbrötler, aber leider auch nicht wirklich sehr gesellig. Eine kleine Runde (max. fünf Personen) reicht mir im Allgemeinen vollkommen aus. Auch da muss ich mich schon genug konzentrieren und bin danach nervlich fertig. Bei mehr als 10 Leuten steig´ ich aus, wenn es geht. Leider stand das in beiden Fällen nicht zu Option.


Zu meiner großen Verwunderung haben wir es alle ganz gut überstanden. Meine Tochter hing zwar sehr an mir, und war auch wie immer in so einem Fall noch ein paar Tage danach unruhig, aber alles in allem war es erträglich. Ich habe erst gar nicht versucht sie dort irgendwo hinzulegen, sondern sie hat auf mir oder meinem Mann geschlafen, wann immer sie müde wurde. Damit ist zwar der Rhythmus für ein paar Tage etwas verdreht, aber man kommt zumindest entspannter durch die ohnehin schon stressigen Termine.


Zu dieser Zeit ist es bei uns endlich warm geworden. Und zwar gleich so warm, dass man auch mal schwimmen konnte. Das hat mich gleich einmal vor mehrere Herausforderungen gestellt. Wir haben sehr viel Gewand aus der Familie bekommen, wo die Kinder schon älter sind und die Sachen nicht mehr passen. In den ersten Monaten wachsen Babys sehr schnell, manche auch so Sprunghaft, dass man gleich eine Größe auslassen kann. Meine Tochter war nie klein für ihr Alter, eher immer im Mittel. Sie ist jedoch recht schlank, was das ganze etwas verzerrt. Und dazu kommt ein Problem: wir haben Stoffwindeln. Egal wie sehr man es auch versucht, Stoffwindeln sind immer größer als Wegwerfwindeln. Und die meisten Hosen, die man so im Handel bekommt, sind nun mal für Wegwerfwindeln gemacht. Das hieß leider oft, das meiner Tochter die Hosen und Bodys zwar von der Breite passten, oder sogar zu weit waren, ich sie aber einfach nicht über die Windel bekam. So mancher wirklich süße Body wurde nur zwei Mal getragen, weil er einfach nicht zugehen wollte. Dazu kam, dass ich leider viele Dinge in passenden Größen hatte, die aber nicht zur Jahreszeit passten. Kinder kommen halt das ganze Jahr über auf die Welt, und sie wachsen auch unterschiedlich schnell. Der zweite Sohn meiner Cousine ist zwischen dem zweiten und fünften Monat nur extrem langsam gewachsen. Meine eigene Tochter ist in dieser Zeit in die Länge geschossen, dass ich mich schon gefragt habe ob es schaffe, dass ich schnell genug die nächste Gewandgröße auftreibe.


In meinem Fall hatte ich Glück, denn es war warm. Meine Tochter ist oft zu Hause nur in Windel und Body gelegen. Unsere Wohnung ist Westseitig und heizt sich innerhalb von sehr kurzer Zeit so auf, dass es selbst ohne Gewand heiß ist. Nachteil dabei ist natürlich, dass man sie auch kaum wieder kühl bekommt, egal wie viel man lüftet.


So oft ich konnte floh ich aus der Wohnung und ins Freibad. Wir wohnen sehr nahe an einem großen See, der gerade im Sommer, da er recht seicht ist, ziemlich warm wird. Das hatte den Vorteil, dass ich auch mit meiner Tochter ins Wasser gehen konnte.


Wasser war so eine Sache bei ihr. Die ersten Male Baden nach der Geburt waren nicht so wirklich ihr Fall. Sie fand es wohl unangenehm da so seltsam in die Wanne gehalten zu werden und wollte auch weder mit dem Waschlappen gesäubert, noch nachher mit dem Handtuch abgetrocknet werden. Das wurde zwar etwas besser, aber Baden war zu dieser Zeit noch immer nicht ihre Lieblingsbeschäftigung (kleiner Spioler: nicht allzu viel später hat sich das sehr stark geändert, aber dazu komme ich in einem späteren Kapitel einmal). Was soll ich sagen: auch der See war nicht wirklich nach ihrem Geschmack. Sie hat sich zwar reinhalten lassen, und fand es wohl auch ganz interessant, aber ohne ging ihr auch nichts ab. Trotzdem war am See liegen immer noch besser als den Nachmittag in der heißen Wohnung zu verbringen. Zu dieser Zeit gab es bei uns kaum pandemiebedinge Einschränkungen, so dass man sich diese Freiheit eigentlich sehr einfach gönnen konnte. Manchmal ist mein Mann nach der Arbeit einfach direkt an den See gekommen und wir konnten als Familie noch ein bisschen Zeit genießen. Das wurde zu dieser Zeit überhaupt sehr wichtig für mich.


Mit Beginn des vierten Monats setze bei meiner Tochter das Zahnen ein. Über das Thema kommt noch ein Kapitel in dem ich das ausführlich besprechen werde. Leider hat das Zahnen aus meinem eigentlich sehr lieben und ruhigen Baby eine ziemliche Raunzerin gemacht. Sie hat nicht wirklich geschrienen oder viel geweint, aber sie hat sehr viel gejammert. Und sie hat angefangen nachts oft wach zu werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie oft nachts zwischen fünf und acht Stunden durchgeschlafen. Damit war ab diesem Zeitpunkt Schluss. Drei bis vier Mal wach waren keine Seltenheit mehr. Damit war sie untertags neben den Schmerzen natürlich auch Müde, und hat erst recht gejammert. Außerdem hat sie dann gerne am Vormittag noch mal was geschlafen (und kam somit auf drei bis vier Mal schlafen unter tags) und war dann erst recht am Abend noch recht munter. Damit ging das ganze Spiel von vorne los.


Zu dieser Zeit begann ich sehr unter der ganze Situation zu leiden. Ich brauchte ziemlich lange um mich an diesen unruhigen Schlaf zu gewöhnen. Oft bin ich dann sogar von selbst aufgewacht, obwohl sie noch geschlafen hat, und konnte dann nur schwer wieder einschlafen. Dazu kam, dass sie nachts sehr viel gestillt hat. Sie hat, entweder wegen der Zähne oder weil sie immer mehr von ihrer Umgebung mitbekommen hat, tagsüber nur sehr schlecht getrunken. Tatsächlich hatten wir sogar eine echten Stillstreik, in dem sie tagelang fast gar nichts getrunken hat. Ich habe damals wirklich alles versucht, um es für sie so ruhig und angenehm wie möglich zu machen. Trotzdem waren sie und ich gestresst und das Ganze wurde noch schlimmer. Zum Glück hat es sich mehr oder weniger von selbst wieder gelöst. Nach einigen Tagen hatte ich mich soweit damit abgefunden, dass ich sie nicht mehr krampfhaft zwingen wollte, zu essen, und ab dann ist sie wieder von alleine gekommen. Es gab Momente da ging es einfach nicht, aber dann hat sie halt etwas später getrunken. Oder eben nachts, nur das hat mir dann halt wieder den Schlaf geraubt.


Das alles hat mich sehr belastet. Ich habe sogar kurz darüber nach gedacht mit dem Stillen aufzuhören, weil es mich so beeinträchtigt hat. Der ganze Tag hat sich eigentlich nur um die Frage wann und wie viel meine Tochter getrunken hat gedreht. Zudem hat sie gerade abends und nachts sehr viel getrunken, also genau die Zeiten in denen sie auch mein Mann hätte nehmen können, nur dass er natürlich nicht stillen kann. Daher hing sie wieder an mir, und das hat mich noch mehr belastet. Bis zu diesen Zeitpunkt habe ich versucht meinen Mann nach Möglichkeit nachts zu entlasten. Er musste ja in der Früh raus und in der Arbeit munter und leistungsfähig sein. Leider hat das noch mehr dazu geführt, dass ich meine eigenen Energiereserven aufgebraucht habe. Und ich wurde richtig eifersüchtig auf ihn, weil er einfach aus der Türe gehen konnte, und die Kleine bei mir lassen konnte, ich das umgekehrt aber nicht konnte. Gerade das hat dann regelmäßig zu Streit zwischen uns geführt.


Wir haben einander zu diesem Zeitpunkt leider oft nicht verstanden. Vieles lag sicher daran, dass er, bei nur zwei ganzen Tage die Woche voll zu Hause, naturgemäß nicht so viel von dem mit bekam, was sie machte. So hat er oft gemein, sie wäre eh brav, einfach weil am Wochenende ohnehin immer wir beide daheim waren, so dass der andere immer einspringen konnte. Vieles lag aber auch an mir. Ich war zu sehr mit meinen eigenen Problemen beschäftigt, um zu sehen wie viel er mir half und wie oft ich ihm unrecht tat, wenn ich das Gefühl hatte, er würde warten bis ich die Kleine nahm. Ich konnte sie einfach bereits besser lesen und reagierte daher schneller. Ich musste mich erst selbst daran erinnern, dass ich nun mal die meiste Zeit mit ihr verbrachte, und sie daher auch am besten verstand.

Diese Verständnis-, aber auch Verständigungsproblem, weil wir einander unsere Probleme nicht so richtig erklären konnten, haben wir leider in die nächsten Monate mit genommen.


Mein Fazit über den vierten Monat ist eher mäßig. Auf gewisse Weise haben damit unsere größeren und kleineren Probleme angefangen. Vieles, wie das Zahnen, hätte ich auch nicht anders machen können. Anderes, wie die Probleme zwischen mir und meinem Mann, hätten mit einer besseren Kommunikation sehr schnell behoben werden können.

Zu guter Letzt kann ich nur sagen: auch wenn ihr natürlich Rücksicht auf euren Partner nehmen sollt, so solltet ihr euch selbst dabei nie aus den Augen verlieren. Ihr helft niemandem, wenn ihr eure ganze Energie verbraucht und am Ende für eurer Kind nicht mehr da sei könnt, weil alles zu viel geworden ist. Nehmt euch auch freie Zeiten für euch. Auch der Partner kann mal nachts Wickeln, damit ihr weniger aufstehen müsst. Abends ruhig mal früher schlafen gehen, oder wenn ihr das lieber wollt ein Buch lesen oder euch sonst einfach Zeit für euch nehmen. Und redet offen und ehrlich mit einander. Viele Probleme lösen sich dann wie von selbst.

das dritte Monat/ wie das Leben so spielt

Unser dritter Monat war sehr ruhig, also aus Sicht meiner Tochter. Im Haus selber war sehr viel los. In dieser Zeit sind bei uns sehr viele Dinge auf einmal zusammengekommen, die sich alle direkt oder indirekt auf den Alltag mit Baby ausgewirkt haben.

Details

Fange wir bei etwas was fast Jeden betreffen könnte an: Autos. Wir haben zwei Autos und leben so am Land, dass es sich leider mit nur einem nicht ausgeht. Auch nicht, wenn ich nicht arbeiten gehe. Mein Mann kann seine Arbeit öffentlich nicht erreichen, es gibt einfach keine Verbindung, außer er würde bei Wind und Wetter 30 Minuten vom Bus zu Fuß gehen. Diese Zeit braucht er mit dem Auto für die gesamte Strecke. Daher steht dass nicht zur Debatte. Ich komme in unserem Dorf zum Arzt, auf die Post, zu Bank, aber nicht zum Einkaufen. Das würde zwar gehen, aber es ist schon alleine zu Fuß oder mit dem Rad nicht nett durchs Industriegebiet zu fahren, mit Baby schon gar nicht. Dinge außerhalb des Lebensmittelsektors (also Gewand, Schuhe, Drogerie usw.) sind überhaupt nicht zu Fuß zu erreichen. Vom öffentlichen Verkehr will ich hier gar nicht anfangen. Das einzige was recht gut geht ist es, mit dem Zug Richtung Hauptstadt zu fahren… Daher also zwei Autos. Und nun zu unserem Problem. Mein altes Auto war sehr klein. Ein Opel Agila, falls der euch ein Begriff ist. Absolut ausreichend wenn man damit nur alleine von A nach B will, für eine Familie mit Baby, die Kinderwagen usw. mit nehmen möchte, absolut unbrauchbar. Also habe ich mit meinem Mann getauscht. Der besitzt einen Citroën C4 Cactus, was schon eher geht, auch wenn das Einladen des Kofferraums mehr als nur schwierig ist. Und damit hat sich ein Problem ergeben, dass ich vorher nicht bedacht hatte. Mein alter Opel war für meinen Mann nicht zum Fahren. Zum einen ist er sehr klein und unbequem, was mich, mit nicht mal 1,60m Körpergröße, nicht gestört hat. Er mit seinen 1,80 hat aber schlicht und ergreifend keinen Platz gehabt. Und zum anderen war der Benzinverbrauch auf der Strecke unglaublich. Stadtautos sind auf Überlandetappen halt nicht sehr sparsam… Lange Rede kurzer Sinn, ein neues Auto musste her. Mein Mann ist ein ziemlicher Autofan und schaut ohnehin immer was es gerade so am Markt gibt. Damit war die Suche relativ schnell erledigt. Ein BMW der 5er-Serie ist es geworden. Ich war nicht wirklich überzeugt. Wir sind dann allerdings ein paar Monate später das erste Mal damit auf Urlaub gefahren und seither liebe ich dieses Auto. Der Kofferraum schluckt neben dem Kinderwagen auch noch drei Reisetaschen easy und die Rückbank ist so bequem, dass ich auch 3 Stunden Autofahrt nicht störend fand. Meine Tochter sitzt im BMW hinten, da man den Airbag nicht deaktivieren kann. Das ist wichtig, da es im verkehrten Kindersitz sonst lebensgefährlich werden kann. Daher sitze ich mit ihr Hinten, damit sie immer einen von uns sehen kann. Bei mir im Auto sitzt sie vorne, da kann man den Airbag nämlich abschalten. Sobald sie einen größeren Kindersitz hat, der dann in Fahrtrichtung ist, wird sie nur noch hinten sitzen, denn dann kann sie uns ja trotzdem sehen.


Zweites Thema war etwas Unerwartetes. Unsere Waschmaschine ist ein gegangen. Nicht ganz fünf Jahre hat sie gehalten, war allerdings recht günstig in der Anschaffung. Ich nehme an, dass ihr die plötzlich erhebliche Mehrbelastung durch Stoffwindeln und Babygewand einfach zu viel geworden ist. Wir hatten jedoch einen Garantiverlängerung, die sich tatsächlich noch ausgegangen ist… nur leider war das ganze komplett für die Fisch´. Denn die Garantiverlängerung zahlt nur im ersten Jahr dem kompletten Betrag, ab dann wird es mit jedem Jahr weniger. Im fünften Jahr, wie bei uns, waren es noch 40€ die wir bekommen haben. Das war ziemlich genau das, was uns die Verlängerung gekostet hat. Daher kann ich nur raten: solltet ihr euch bei einer großen Elektrofachhandelkette in Österreich ein Elektrogerät kaufen, lasst die Garantiverlängerung weg. Innerhalb der ersten zwei Jahre müssen sie sowieso zahlen, und ab dann bringt die Verlängerung auch nichts mehr.


Unabhängig davon stand ich dann aber ohne Waschmaschine da. Mit einem Baby dass Stoffwindel trägt und gefühlt unendliche Mengen Schmutzwäsche produziert. Die Wäschemenge hatte ich im Vorfeld definitiv unterschätzt. So ein Baby braucht ziemlich viel Wäsche. Neben dem täglichen Gewand, das meistens eher zwei bis drei Garnituren waren, zumindest in den ersten Monaten, kamen auch noch Spuckwindeln, Bettwäsche, Decken auf denen sie tagsüber lag… und bei uns eben auch Windeln und Waschschlappen zum Abwischen (da ich mein Kind nicht mit Stoff wickeln und dann Feuchttücher zum Saubermachen nehme, die ich dann ja erst recht entsorgen muss). Alles in Allem habe ich zu dieser Zeit meist jeden zweiten, teilweiße jeden Tag gewaschen. Und dann steht man plötzlich ohne Waschmaschine da, ein Albtraum. Ich hatte noch Glück, meine Schwiegereltern wohnen nur 10 Autominuten entfernt, ich habe also unsere Wäsche bei ihnen gewaschen. Da wären wir wieder beim Auto… Man stelle sich das ganze ohne Auto vor. Mit dem Zug jeden zweiten Tag mit der gesamten Wäsche… nicht so unbedingt mein Fall. Das war auch schon mit einem Auto interessant genug. Schließlich musste meine Tochter ja jede Fahrt mit kommen. Also sie in den Kindersitz, Wäsche in den Wäschekorb und dann… stand ich vor dem Problem definitiv mal wieder ein paar Arme zu wenig zu haben. Oktopus müsste man sein, wenn man Kinder hat. Auf gewisse Weise war es da gut, dass meine Tochter noch sehr unbeweglich war. Ich habe sie einfach in ihr Bettchen gelegt und dann die Wäsche in ins Auto getragen. Oder sie im Autositz mal kurz im Vorzimmer stehen gelassen. In vielleicht zwei Minuten und in gesicherter Umgebung passiert ihr alleine da auch nichts. Es war aber gerade die ersten zwei, drei Mal eine ziemliche Überwindung. Durch das ganze wurde ich aber auch besser im Einteilen der Dinge. Ich habe besser gelernt wie lange ich mit welchem Teil auskam, ohne es unbedingt Waschen zu müssen. Und vor allem wusste ich: es muss eine größere Waschmaschine her. Wir haben also in die 8kg Trommel, statt 6kg, investiert. Und ich bin nach wie vor restlos überzeugt. Natürlich wird der Tag kommen, da ich die große Trommel verfluche, aber bis die Kinder aus dem Haus sind, bin ich ganz froh, nicht mehr jeden Tag waschen zu müssen.


Das dritte Ereignis war dann schon vorhersehbar, und von mir auch herbei gesehnt. Da muss ich allerdings etwas weiter ausholen. Ich habe ein Pferd, eigentlich ein Pony. Das habe ich mir nach dem Schulabschluss gekauft, und er war lange Zeit mein Ein und Alles. Für mich stand er immer an erster Stelle. Da bin ich eher nicht auf Urlaub gefahren, als dass er hätte kürzer treten müssen. Mein Mann ist als Teenager auch geritten und hat mit mir dann, nach Jahren der Pause, wieder angefangen. Auch er hat sich mittlerweile ein eigenes Pferd gekauft. Während der Schwangerschaft bin ich solange es ging noch selbst geritten. Im fünften Monat wurde der Bauch dann so störend, dass es nicht mehr ging. Dann habe ich ihn nach Möglichkeit vom Boden aus beschäftigt. Ein paar Mal sind Freunde ihn geritten, aber alles im allem haben ich es alleine geschafft. Er ist nicht mehr der Jüngste und muss als Freizeitpferd auch nichts Großartiges leisten, daher sind ein paar Wochen Trainingsausfall noch nicht das Problem. Unsere Pferde stehen im Offenstall und können sich den ganzen Tag nach Lust und Laune bewegen und mit Artgenossen interagieren. Daher ist auch hier für Abwechslung gesorgt. Nach der Geburt war ich die ersten Wochen nicht im Stall. Zum einen war ich zu Anfangs Körperlich nicht so fit, dass ich es mir zugetraut hätte. Zum anderen war auch immer die Frage: was mach ich mit meiner Tochter. An sich ist mein erster Gedanke immer: ab zum Vater. Auch Väter sollen und müssen Zeit alleine mit ihren Kindern verbringen. Nur so wird sich eine stabile Beziehung aufbauen. Das alleine muss ja nicht Wörtlich genommen werden. Aber es schadet allen nicht, wenn auch mal der andere für die Kinder zuständig ist. Das gilt natürlich auch in dem Fall, dass die Mutter arbeitet und der Vater zu Hause ist, oder in allen möglichen anderen Konstellationen (zwei Väter, zwei Mütter usw.) Ich bin immer dafür, dass nach Möglichkeit beide Elternteile so viel Zeit wie möglich und gerne auch alleine mit ihren Kindern verbringen. Dabei lernen alle Beteiligten etwas. Die Kinder, weil sie erleben dass es auch ohne Mama/Papa geht. Und natürlich auch die Väter (oder Mütter), dass sie es auch können. Aber da der ja auch ein Pferd zu versorgen hatte, viel das weg. Also musste einen neue Idee her. Und so nahmen wir, sobald es das Wetter und die Pandemie zuließen (Kontaktbeschränkungen sind da wirklich nicht hilfreich…. Fällt die Pflege eines Pferdes eigentlich unter Pflege enger Angehöriger?) die Schwiegereltern in den Stall mit. Jetzt kam uns wieder zu Gute, dass meine Tochter den Kinderwagen gut annahm. Sie lag also im Kinderwagen, wurde von den Großeltern spazieren geschoben und wir konnten uns um unsere Vierbeiner kümmern. Für alle von euch, die auch ein zeitintensives Hobby haben, womöglich auch Reiten: es geht auch mit Kind. Wenn auch mit einem gewissen logistischen Aufwand. Sollte der Partner zeitlich oder aus anderen Gründen, zum Beispiel weil er eben das gleiche Hobby teilt, keine Option sein, so müssen dann halt Andere herhalten. Großeltern bieten sich da meistens sehr gut an. Auch andere Familienangehörige oder Freunde können gut einspringen. Gerade am Anfang hatten wir dann einfach alle mit im Stall. Das ist zwar auch umständlich, aber schränkt einen zeitlich weniger ein, da man nicht so sehr auf Stillzeiten achten musste. Ich habe sie oft dann direkt im Stall oder im Auto gestillt.


Die letze große Veränderung in diesem Monat war, dass mein Mann seinen Zweitjob wieder aufgenommen hat. Er arbeiten neben seinem Vollzeitjob bei einem Landmaschinenhersteller auch noch ca. 30h/Monat in einem Jugendzentrum. Dort habe ich auch eine Geringfügigenstelle, war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch in Karenz. Damit ergab es sich, dass er ein bis zwei Mal pro Woche erst zwischen 9 und 10uhr am Abend nach Hause kam. Das verändert natürlich einiges. Zum Einem war ich dadurch noch länger mit unserer Tochter alleine, zum Anderen musste ich an diesen Tagen kochen. Ich koche nicht sehr gut und kann auch nur einige wenige Gerichte. Wenn es nicht gerade etwas mit Teig ist, backen tu ich gerne und auch recht gut, so kann es schon mal sein, dass die Küche eher einem Schachtfeld gleicht, und das Essen auch ungefähr so schmeckt. Aber man kann ja alles lernen… und ich werde besser. Nur leider hat das Ganze noch einen weiteren Nachteil: ich musste nicht nur kochen, sondern auch zeitgleich meine Tochter bespaßen, nach Möglichkeit hinterher alles aufräumen und wenn es irgendwie ging auch duschen und ins Bett gehen. Zu dieser Zeit bin ich teilweiße um neun Uhr mit meiner Tochter gemeinsam schlafen gegangen. Nicht unbedingt weil sie so schlecht geschlafen hätte, das kam dann erst später, sondern weil ich so fertig war. Den ganzen Tag mit Baby und ständig damit beschäftigt auf alles zu achten und zu planen hat mich zu dieser Zeit sehr stark gefordert. Ich hatte eigentlich immer das Gefühl aufmerksam sein zu müssen und konnte unter tags überhaupt nicht abschalten. Daher war ich umso müder am Abend. Wenn ich es nach Kochen und Kind versorgen geschafft hatte sie auch ins Bett zu bekommen, war ich meistens gefühlt nur mit der Hälfte aller Dinge fertig… Zusätzlich hatten wir zu dieser Zeit kein Babyphone. Da wir nur eine zwei Zimmerwohnung haben und ich sie von fast überall aus hören kann, war mir das damals einfach nicht wichtig. Nur eines ging so nicht: Duschen. Überhaupt ist Körperpflege mit Baby so eine Sache. Sie schreit noch heute verlässlich dann, wenn ich auf Klo gehen möchte. Duschen oder gar Haare waschen kann ich ohne Babysitter vergessen. Ich dusche schon immer abends, was mir in diesem Fall sogar entgegen kam, da meistens mein Mann auf das Baby schaut. Oder ich halt erst gehen, wenn sie schon schläft. Wenn das nicht allzu spät ist.


Fazit über das dritte Monat: das Baby war ein Sonnenschein… Wie ich heute weiß hat sie Kraft gesammelt um die nächsten Monate so richtig aufzudrehen. Dafür habe ich die Zeit genutzt um mich im Mamadasein einzurichten. Egal wie viel ich in der Schwangerschaft geplant und vorbereitet habe, es kam dann doch immer anders. Ich hatte weder mit einem neuen Auto, noch einer Waschmaschine gerechnet. Dass mich der Zweitjob meines Mannes so stressen würde, habe ich genau so wenig vorher gesehen, wie die Probleme beim Betreuen meines Pferdes. Aber man wächst mit seinen Aufgaben und wo ein Wille, da auch ein Weg. Daher Kopf hoch, wenn es euch mal überschwemmt mit allem. Tretet einen Schritt zurück, holt tief Luft und dann fangt an. Scheut euch nicht um Hilfe zu bitten. Ohne Großeltern käme ich bis heute nicht aufs Pferd. Aber am Ende des Tages ist es wichtig, dass ihr genau so Glücklich seid wie euer Baby. Denn nur dann könnt ihr diese Zeit wirklich genießen.

Stillen

Sobald es in Richtung Geburt geht, kommt unweigerlich auch die Frage: wie wird das Baby denn nun ernährt? Es ist auch gerade kurz nach der Geburt eine gern gestellte Frage von jedem Besucher, Arzt oder auch noch so unbeteiligter Person. Zunächst einmal stellen sich bei diesem Thema zwei Fragen: Was ist das Beste für mein Kind? Und was ist das Beste für mich?

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Ersteres lässt sich mit einem Blick in die WHO-Unterlagen zum Thema „Babygerechte Ernährung“ und in so ziemlich jedem Fachartikel zu diesem Thema sehr schnell heraus finden. Stillen ist in den ersten 6 Monaten der beste Weg ein Kind zu ernähren. Muttermilch enthält alle Nährstoffe die ein Baby braucht, in angepasster Menge und genau so wie sie gut aufgenommen werden können. Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir unsere Kinder auf diese Weiße ernähren können, bis sie bereit sind, dasselbe zu essen wie wir selbst.


Die zweite Frage ist nicht mehr so eindeutig. Stillen ist kraft raubend, Zeitaufwendig, und ist exklusiv nur von der Mutter durchführbar. Damit ist Betreuung durch eine andere Person für längere Zeit in den ersten Monaten nicht machbar. Abwechselnd aufstehen in der Nacht? Mal eben kurz zur Freundin und das Kind beim Vater gelassen? Nicht machbar. In den ersten Wochen, teilweiße Monaten, stillen Babys sehr oft. Zeitweise im Stundentakt und auch dauerstillen, sogenanntes Clustern, ist ganz normal, gerade am Abend. Das zehrt an den Nerven, ist ermüdend und schränkt extrem ein. Solange das Baby ausschließlich Muttermilch trinkt, sind alle Ausflüge danach zu planen. Sowohl was die Mitreisenden betrifft (ohne Vater weg, kein Problem, ohne Mutter eher weniger) also auch die Stillmöglichkeiten. Ich habe sehr oft im Auto gestillt. Dort ist es ruhig und man ist vor Wetter aber auch vor Blicken geschützt. Mit der richtigen Technik ist es sogar recht bequem. Auch wenn das Baby dann etwas älter ist, und man langsam heraußen hat, wann es ungefähr hungrig ist, ist es mit dem abgeben nicht so einfach. Als meine Tochter fünf Monate alt war, habe ich einen Abend in der Woche in einem Jugendzentrum gearbeitet. Das waren mit Fahrzeit drei Stunden, in denen ich nicht zu Hause war. Das hat sie an sich zu dieser Zeit locker geschafft. Nur halt leider genau zu dieser Tageszeit nicht. Sie hat fast immer Hunger bekommen. Leider hat sie Vorstillen abgelehnt und Flaschenmilch verweigert. Abpumpen hat bei mir nicht funktioniert. Kurz um, es war schrecklich und jedes Mal mit Bauchweh verbunden. Pandemie bedingt hat das Jugendzentrum nach 1 ½ Monaten wieder zugesperrt, und meine Tochter war darüber wohl sehr erleichtert. Weniger einengend wird das Ganze dann mit Einführung der Beikost. Allerdings natürlich nicht von einem Tag auf den Anderen. Mit einigen Monaten der Umstellung muss man rechnen. Zur Beikost schreibe ich noch ein eigenes Sonderkapitel.


Stillen ist anfangs sehr schmerzhaft. Der Milcheinschuss kommt bei jeder Frau, ob sie nun stillt oder nicht. Und er kann ziemlich schmerzhaft sein. Die Brust produziert Anfangs im Überfluss. Zudem ist das Gewebe noch nicht gedehnt, was zusätzlich Schmerzen erzeugt. Es dauert einige Tage, in meinem Fall waren es 4 oder 5, bis die Schmerzen wieder nachlassen. Wird nicht gestillt, ist der Spuk innerhalb kurzer Zeit vorbei. Ohne Nachfrage wird die Milchproduktion einfach wieder eingestellt. Wird gestillt, so richtet sich die Produktion nach der Nachfrage, also wie viel und oft das Baby trinkt. Und das kann dauern. Meine Tochter hat sehr unregelmäßig getrunken, mal lagen fünf Stunden zwischen den Mahlzeiten, dann wieder nur 45 Minuten. Mal hat sie nur sehr wenig, mal sehr viel gestillt. Das ist alles ganz normal und nennt sich Stillen nach Bedarf, sorgt aber leider dafür, dass sich die Menge nicht optimal einstellen kann. Bei mir hat es dazu geführt, dass ich gerade Nachts „ausgelaufen“ bin, und mir daher ein Handtuch neben das Bett gelegt habe, um es unterzulegen wenn das Leintuch nass war. Auch habe ich Still-BHs mit waschbaren Einlagen getragen, damit auch unter tags nichts ausläuft. Übervolle Brüste tun weh, sehr weh. Zum kühlen empfehlen sich Topfenwickel. Man kann auch abpumpen oder ausstreichen, was bei mir leider nicht wirklich funktioniert hat. Gerade am Abend habe ich einfach ein schwaches Schmerzmittel genommen, um schlafen zu können. Hier muss man natürlich darauf achten, eines zu nehmen, dass für stillende Mütter geeignet ist. Am besten die Hebamme oder den Frauenarzt fragen. Auch Apotheker können einem das passende Medikament geben. Der ganze Spuk ist in ein/zwei Tagen wieder vorbei. Jedoch gerade bei Kindern die nach Bedarf stillen, passieren solche Überschüsse recht häufig. Achtung ist bei einem echten Milchstau geboten. Das merkt man an schmerzhaften Verhärtungen, die Milchgänge anzeigen, die nicht richtig abgeflossen sind. Ich hatte solche Staus mehrfach und es ist wirklich Schmerzhaft. Solange kein Fieber auftritt oder man sich schlecht fühlt, ist es jedoch kein Grund zu Besorgnis. Wichtig ist, dass weiter gestillt wird, damit die Milch abfließen kann. Bei Fieber unbedingt zum Arzt, es kann zu einer Brustentzündung kommen, die behandelt werden muss.


Das alles sollte bedacht werden, wenn man sich für oder gegen Stillen entscheidet. Ich habe mich, für stillen entschieden. Dabei hatte ich Glück, denn ich hatte weder Probleme damit meine Tochter richtig anzulegen, noch Probleme mit der Menge. Ich hatte mehr als genug Milch. Gerade zu Beginn kann vieles schiefgehen. Meine Tochter hatte auf einer Seite Probleme beim Andocken. Sie konnte die leicht verformte Brustwarze nicht richtig in den Mund nehmen und war dann natürlich frustriert, weil nichts heraus kam. Die Hebamme im Krankenhaus hat mir daher ein Stillhütchen gegeben, mit dem es super funktioniert hat. Da ich nicht wollte, dass sie nur mit Hütchen trinken kann, allein schon weil ich es ständig irgendwo liegen gelassen habe, habe ich sie immer zuerst ohne versuchen lassen, und das Hütchen nur gegeben, wenn es nicht ging. Die ersten drei Monate hat sie es sehr viel benutzt, teilweise auch auf der Seite, auf der es auch ohne ging. Das Hütchen erleichtert das Trinken, weil es einen besseren Unterdruck erzeugt und zudem leichter in den Mund genommen werden kann. Gerade für schwächere Babys oder bei Verformungen der Brustwarze helfen sie ungemein. Mit drei Monaten war die Hütchenzeit bei uns dann mit einem Schlag vorbei.


Anfangs dauert einmal Trinken sehr lange. Das Baby muss erst lernen wie es geht und auch die Muskeln in den Wangen sind noch nicht so gut ausgebildet, um damit gut und schnell zu saugen. Da kann einmal Satttrinken auch schon mal 40 Minuten dauern. Wenn eine Brust leer ist, wird an der anderen weiter getrunken. Die Milch wird während dem Trinken nachproduziert, wenn das Baby weiter saugt, daher ist die Sorge dass sie ausgeht, zumeist unbegründet. Es gibt Frauen die wenig Milch produzieren, oder Babys die so viel trinken, dass die Produktion nicht hinterher kommt. Aber das merkt man meist schnell. Solltet ihr das Gefühl haben, dass euer Baby nicht satt wird, redet mal mit einer Hebamme oder Stillberaterin. Mit der Zeit wird das Baby immer geübter und damit auch schneller fertig. Keine Sorge, auch in kurzer Zeit bekommt es noch genug zu essen, es ist einfach nur effizienter geworden. Mich hat diese Beschleunigung anfangs sehr beunruhig. Bis ich mal vor und nach dem Stillen die Milchmenge ertastet habe (also wie voll die Brust ist). Ab dann war klar: sie trinkt genug, sie ist nur schneller fertig.


Meine Tochter hat mit knapp drei Monaten einen sogenannten Stillstreik gemacht. Das bedeutet, dass sie aus nicht medizinischen Gründen einfach verweigert zu trinken. Das können nur ein oder zwei Mahlzeiten sein, es kann aber auch länger dauern. Meine Tochter hat ca. zwei Woche große Probleme beim Trinken gemacht. Sie wollte absolute Ruhe habe, und durfte auch nicht zu viel sehen oder hören. Am besten ging es nachts. Das waren sehr anstrengende Tage, da ich neben einem ständig schlecht gelaunten Baby (weil ja trotzdem hungrig) zudem einen Milchstau in der Brust hatte. Der ganze Spuk war dann von einem Tag auf den anderen plötzlich wieder vorbei. Und sie hat von da an das Stillhütchen nicht mehr genommen. Sie wollte es einfach nicht und hat es auch nicht mehr gebraucht. So furchtbar diese Zeit war, so habe ich doch etwas gelernt. Die Kleinen wissen schon, was sie brauchen. Meine Tochter hat sich ihre Mahlzeiten in der Nacht geholt, da hat sie sehr große Menge getrunken und auch recht oft. Tagsüber habe ich ihr die Brust angeboten, und es gelassen, wenn es einfach nicht geklappt hat. Ich war nicht Glücklich, und habe mir natürlich Sorgen gemacht. Aber im Nachhinein war alles halb so schlimm. Schaut auf euer Baby, solange es glücklich ist, seine Umgebung erkundet und zumindest immer mal wieder ein bisschen was trinkt, ist so ein Streik nicht so dramatisch. Solltet ihr das Gefühl haben, etwas stimmt nicht, dann ab zum Kinderarzt.


Ich habe voll gestillt bis meine Tochter sechs Monate alt war. Und es war hart. Nach fünf Monaten wollte ich endlich mal wieder durchschlafen und die Schmerzen durch zu viel Milch gingen mir ziemlich auf die Nerven. Ich mochte auch das Gefühl nicht, wie abhängig meine Tochter von mir war. Ich hatte sehr stark das Gefühl, immer parat stehen zu müssen und das hat mich stark belastet. Es war eine Zeit in der ich auch viel mit meinem Mann gestritten habe. Er hat sich sehr bemüht sie mir wann immer es ging abzunehmen, aber das Stillen konnte er nicht übernehmen. Ich liebe meine Tochter sehr und habe auch durchaus gerne gestillt. Aber dieses Exklusive hat mich mehr belastet als es mir gegeben hat. Viele haben mir gesagt wie schön es doch ist, dass man so was Besonders für das Baby ist. Aber ich möchte von meiner Tochter ja an sich geliebt werden, nicht weil ich die Einzige bin, die ihr Essen geben kann. Dennoch würde ich es immer wieder machen. Es ist etwas Schönes seinem Baby so nahe zu ein, es schafft Ruhe in hektischen Momenten. Und es ist auch praktisch. Man braucht nur sich selbst und das Baby, sonst nichts. Für Schussel wie mich, die immer was vergessen, ist das Gold wert.

Und dann kam die Beikost… Aber das ist ein anders Kapitel.


Als kleinen Nachsatz möchte ich noch gesagt haben: Auch wer sich gegen das Stillen entscheidet, ist eine gute Mutter und macht alles richtig. Warum auch immer man es nicht machen möchte oder kann, jeder Grund ist in Ordnung und diese Entscheidung ist einzig und alleine eine Sache der Frau. Wir leben in einem Land und in einer Zeit, wo Flaschenmilch alles hat was ein Baby braucht. Und es hat auch viele Vorteile sein Baby damit zu ernähren. Am Ende ist es wichtig, dass wir unsere Kinder lieben. Ganz egal, ob sie nun an der Brust getrunken haben, oder nicht.

das zweite Monat/ unser tägliches Schlaffoto

Meine Tochter war in ihrem zweiten Monat eine ziemliche Schlaftablette. Je nach dem wann sie aufgestanden ist, meistens irgendwann zwischen 6 und  9Uhr, hat sie vier bis fünf Mal unter tags geschlafen. Das nur leider nie wirklich lange. Meist war nach 40 Minuten wieder Schluss. Daher kam ich auch zu nicht sonderlich viel in dieser Zeit. Ich habe viel gelesen, mir sogar extra eine E‑book‑reader gekauft und auch angefangen zu häckeln und zu stricken. Da meine Tochter unter tags ständig Körperkontakt gesucht hat, war ich in der Bewegung sehr eingeschränkt, wodurch sich sitzende Tätigkeiten absolut angeboten haben. Um doch auch mal etwas im Stehen machen zu können habe ich mir eine Trage gekauft. Wir hatten zuerst ein geborgtes Tragetuch, welches sie jedoch komplett verweigert hat. Sie hat gebrüllt wie am Spieß und hat sich überhaupt nicht beruhigt. Wir haben dann eine Stofftrage, genauer eine Mai-Tai besorgt. Die sind komplett aus Stoff, werden immer mit langen Bändern geschnürt und erlauben eine Haltung wie in einem Tragetuch. Mir war besonders wichtig, dass sie korrekt sitzt, also mit rundem Rücken und in Anhockspreizhaltung. Die Trage hat sie wunderbar gefunden. Nur hat es dazu geführt, dass sie fast immer eingeschlafen ist. Da sie beim herausnehmen aber wieder aufgewacht ist, war meine Bewegungsfreiheit erneut überschaubar. Durch ihre Vielschlaferei, entstand das titelgebende tägliche Schlaf-Foto, das meine Mutter oft geschickt bekommen hat. Sie wollte immer gerne ihre Enkelin sehen, und ich kam selten dazu sie zu fotografieren, wenn sie gerade wach war.

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Schlafen ist gerade in den ersten Monaten ein Dauerthema, egal ob das Kind nun viel oder wenig schläft. Als Vielschläferin hat meine Tochter mich vor Herausforderungen gestellt, mit denen ich nicht unbedingt gerechnet habe. Wie schon im Kapitel zum ersten Monat erwähnt, habe ich darauf bestanden, dass sie nachts in ihrem eigenen Bett schläft. Das hat sie auch immer, mehr oder weniger die ganze Nacht. In der Früh, oft nachdem mein Mann aufgestanden ist, habe ich sie dann zu mir ins Bett genommen. Das hat uns beiden die Möglichkeit gegeben, noch ein bisschen weiter zu schlafen. Solange sie sich noch nicht wirklich beweget hat, also sich nicht umdrehen konnte, war das kein Problem. Ich habe allerdings eine Weile gebraucht, um zu lernen, wie ich mich hinlegen konnte, ohne zu verkrampfen. Ich hatte immer große Angst davor mich auf sie drauf zu legen. Und noch größer Angst, dass sie es irgendwie schaffen würde, sich in eine Polster oder eine Decke zu drehen und zu ersticken. Deshalb hatte sie meist vom 1,80m breiten Bett, gut zwei Drittel komplett leer geräumt, und ich habe mich mit dem Rest begnügt. Zum Glück bin ich nicht sehr groß. Unter tags war das etwas Anderes. Wie oben erwähnt hat sie eher auf mir geschlafen, und war nur mit Glück abzulegen. Daher habe ich es gar nicht erst versucht, sie tagsüber in ihr Bett zu verfrachten. Auch zudecken hatte sich schnell erledigt. Nachts schläft sie im Schlafsack. Da kann sie sich bewegen, aber kann sich nicht einwickeln oder sonst wie verheddern. Tagsüber hat sie einfach ohne etwas geschlafen. Ich habe es die erste Zeit mit einer Decke versucht, aber das hat sie sehr gestört. Sie war dann sehr unruhig und ist erst recht aufgewacht. Daher habe ich sie so gelassen. Sie hat meist nahe bei mir, oder auf mir geschlafen und auch nicht sehr lange am Stück, kalt ist ihr daher nie geworden.



Ich habe mir schnell angewöhnt, jeden Tag eine Runde spazieren zu gehen. Zum Einen hat es Struktur in meinen Tag gebracht, und das war mir extrem wichtig. Zum Anderen konnte ich so an die frische Luft und mich ein wenig bewegen. Dafür war meine Tochter im Kinderwagen. Da sie das Tragetuch zunächst nicht wollte, hätte ich es damit gar nicht erst versuchen brauchen. Außerdem wollte ich sie wenigstens beim Spazierengehen nicht auch noch tragen müssen. Sie ist auch so mehr oder weniger den ganzen Tag an mir gehangen. Ich bin da absolut ehrlich. So sehr ich meine Tochter liebe, nur das Beste für sie will und natürlich alles mache, damit es ihr gut geht, ich bin trotzdem ein eigenständiger Mensch mit Bedürfnissen. Und zu denen gehört es auch, und das habe ich bereits in den ersten Wochen gemerkt, nicht rund um die Uhr ein Baby an mir dran hängen zu haben. Gerade zu Anfangs hat mich das sehr belastet. Ich hatte das Gefühl meine Tochter nicht genug zu lieben, oder dass ich eine schlechte Mutter bin, weil ich sie auch mal für ein paar Minuten nicht bei mir haben wollte. Doch ich habe auch erkannt wie viel besser ich mit meinen Alltag zu recht kam, als ich es einfach akzeptiert habe. Ich würde alles für sie tun, aber ich löse mich deshalb nicht auf. Daher, und weil ich meinem Rücken die dauernde Tragerei nicht antun wollte, hat sie schnell gelernt im Kinderwagen zu liegen. Das erste Mal lag sie mit ca. einer Woche im Wagerl, und hat es ohne Probleme angenommen. So konnte sie gemütlich schlafen, und ich konnte meinen Kopf frei bekommen und einfach mal ein bisschen Ruhe genießen.



Im Zweiten Monat haben wir das erste Mal größere Besuche gemacht. Ich hatte in dieser Zeit Geburtstag, und wir haben das genützt, um ein paar mehr Leute auf einmal zu sein. Solche Feiern sind für mich schon an sich ziemlich anstrengend. Ich bin niemand der gerne unter vielen Menschen ist und bin schnell gestresst. Aber es war auch sehr angenehm, meine Tochter mal einfach der Großmutter in die Hand zu geben, und mal in Ruhe eine ganze Mahlzeit am Stück zu essen.



Essen war so eine Sache. Meine Tochter hat es perfektioniert immer genau dann zu schreien, wenn wir uns zum Essen setzen wollten. Wir haben sogar versucht das essen zu verschieben, was leider nichts gebracht hat. Sie wollte einfach immer genau dann selbst essen, getragen werden oder was auch sonst immer. Daher haben mein Mann und ich abends versetzt gegessen. Und auch nur Dinge gekocht, die man nach Möglichkeit mit einer Hand essen konnte. Ich habe zu dieser Zeit gemerkt, dass sie manche Dinge nicht vertrug, wenn ich sie aß. Dazu gehörte vor allem rohes Gemüse (Gurken, Tomaten, Paprika), welches daher aus meinem Speiseplan fiel. Zu meinem großen Leidwesen, da ich eine absolute Gemüseesserin bin. Außerdem gibt es viele tolle Gerichte mit rohem Gemüse, vom Salat bis zu gefüllten Tortillas, und die waren damit auch alle samt gestrichen. Dafür blieben uns durch diese Einschränkungen schlimmere Bauchwehanfälle ihrerseits erspart.



Mit sechs Wochen stehen zwei Arzttermine an. Einer beim Kind, und einer bei der Mutter. Der Kinderarzttermin war insofern etwas anders, als das wir ja immer noch einen Pandemie hatten. Es ist schon recht seltsam, wenn der Kinderarzt im Ganzkörperanzug dein Kind untersucht. Zudem konnten wir durch die Pandemie den Ohrenarzttermin in der zweiten Lebenswoche nicht machen. Das Krankenhaus hat den damals einfach nicht durchgeführt. Daher musste ich den dann separat nachholen. Und habe dafür natürlich einen Rüffel vom Arzt bekommen, warum der nicht gemacht wurde. Da habe ich mal wieder gelernt, als Mutter ist man schnell mal schuld, auch wenn man nichts dafür kann. Bei der sechs Wochen Untersuchung wird auch einen Schluckimpfung verabreicht, gegen Rotaviren, einem Magen-Darmvirus. Meine Tochter hat die nicht gut vertragen und mehrere Tage nach dem Stillen gespieben. Das hat mich extrem verunsichert, da ich es zunächst nicht auf die Impfung bezogen hatte. Erst durch etwas Recherche habe ich erfahren, dass das durchaus öfter vorkommt. Es hört nach einigen Tage von selbst wieder auf. Da sie bereits auf die Impfung so reagiert hat, bin ich doppelt froh sie geimpft zu haben, denn ich will gar nicht wissen, wie sie bei der echten Erkrankung drauf wäre.



Der zweite Arzttermin ist eine Kontrolle der Mutter beim Frauenarzt. Da geht es vor allem darum ob sich alles gut zurück gebildet hat, und ob Verletzungen gut verheilt sind. Laut Entlassungspapieren aus dem Krankenhaus sollte man bis zu diesem Termin keinen Sex haben. Das haben wir gekonnt ignoriert. Wichtig ist dabei auf seinen Körper zu achten, und nur Dinge zu machen die sich gut anfühlen. Aber das sollte beim Sex ohnehin immer so sein. Lasst euch da weder von eurem Mann, noch von irgendjemandem sonst zu irgendwas drängen. Jede Frau ist nach einer Geburt unterschiedlich schnell wieder bereit für Sex, und jede soll sich die Zeit nehmen die sie braucht. Wichtig jedoch: Verhütung. Man kann direkt nach der Geburt schwanger werden. Stillen kann zwar den Einsprung unterdrücken, muss es aber nicht und ist kein sicheres Verhütungsmittel. Daher überlegt euch unbedingt vorher wie ihr verhüten wollt. Bei der Frauenarztuntersuchung wird das auch noch mal Thematisiert. Ich kenne jemanden der sechs Wochen nach der Geburt mit Zwillingen schwanger wurde, ungeplant. Daher hatte ich da ziemlich schiss davor. Wir verhüten mit Kondom, und ich bin sehr froh, dass es bisher gut geklappt hat. Was auch Thema bei diesem Termin ist, ist der Wochenfluss. Dazu habe ich bereits ein Sonderkapitel geschrieben.



Auch wenn der zweite Monat bei uns ein sehr angenehmes und ruhiges war, so ist mir vielleicht gerade dadurch aufgefallen, wie sehr die äußeren Umstände die Zeit beeinflusst haben. Durch die Pandemie waren alle Aktivitäten, die man als junge Mama so machen kann, abgesagt. Von Still- und Mamagruppen bis hin zum Kaffeehausbesuch mit Freundinnen war nichts möglich. Und das macht einen überraschend einsam. Obwohl so ein Baby einen wirklich beschäftigt und ich abends müde genug war, einfach mit ihr um 21 Uhr schlafen zu gehen, so sehr hat mir der Austausch mit Anderen auch gefehlt. Zudem ist man sehr eingeschränkt, wenn man mal jemanden etwas fragen will. In meinem Freundeskreis sind wir die einzigen mit Kind, und auch in der Familie haben wir zwar ein paar Kinder im ähnlichen Alter, der Kontakt zu diesen und deren Eltern ist aber eher locker. Daher habe ich mir bei den meisten Dingen entweder Rat bei meiner Mutter oder Schwiegermutter gesucht, oder es einfach nach dem Bauch entschieden. Zu dieser Zeit war das noch recht einfach und die Entscheidungen auch noch recht überschaubar.



Da Babys am Anfang neben Essen, schlafen und Nähe eigentlich nicht viel brauchen, ist es relativ einfach gewesen, meine Tochter bei Laune zu halten. Solange sie bei mir war, war sie Glücklich. Ich vertrete die Überzeugung, dass man ein Baby, welches nichts außer Bedürfnisse kennt, nicht verwöhnen kann. Daher habe ich immer versucht, so schnell wie möglich heraus zu finden, was sie gerade braucht und es dann einfach zu tun. Wie gesagt, die Anzahl der Möglichkeiten ist zu dieser Zeit noch überschaubar. Mittels Ausschlussverfahren ließ sich auch meist recht schnell erkennen, was gerade Sache war. Außer sie lief neben ihrem Rhythmus, und das war erstaunlich oft der Fall. Ich habe an vielen Stellen gelesen, dass Babys einen Rhythmus beim Essen entwickeln und sich auch eine Anzahl von nassen Windeln über den Tag verteilt einstellt. Meine Tochter war da absolut neben der Norm. Sie hatte zwar ein paar Zeiten am Tag, da hat sie sicher gegessen, aber dazwischen konnte es halt trotzdem immer auch Hunger sein. Sie hat auch immer mehr als die oft gelesenen 5-6 nassen Windeln gehabt. Ob das an den Stoffwindeln, die man erheblich öfter Wechseln muss, lag oder an etwas Anderem weiß ich bis heute nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass diese Werte einfach ein sehr stark streuender Durchschnitt ist, es also eine sehr große Bandbreite gibt.



Was meine Tochter auch im zweiten Monat angefangen hat, war das gezielte Greifen und Festhalten. Der Greifreflex ist Babys angeboren. Sobald etwas ihre Handfläche Berührt, schließen sich die Finger. Das gleiche passiert auch an den Füßen, weshalb Babys sich so lustig zusammen ziehen, wenn man irgendwo ankommt. Gezielt zu greifen ist jedoch etwas anders. Es verlang, dass das Baby einen Gegenstand fixiert und dann auch mit der Hand erreicht, auch wenn das Greifen dann immer noch automatisch geschieht. Begonnen hat das ganze jedoch eher zufällig. Meine Tochter hatte ein Knistertuch, mit angehängten Ringen und Bändern, das man gut zu Fassen bekommt. Das hat meine Mutter selbst gemacht. Gerade weil sie es immer irgendwo erwischt hat, war es gerade zu dieser Zeit absolut toll. Und da ohnehin alles neu und spannend ist, muss es auch nicht das ausgefallenste aller Spielsachen zu dieser Zeit sein.



Zusammengefasst war unser zweites Monat sehr angenehm und lief eher gemütlich und harmonisch ab. Gestresst hat mich vor allem der Bewegungs- und Aktivitätenmangel. Der kam zwar nicht ausschließlich vom Baby, aber doch auch zu einem großen Teil. Denn was ich durch die etwas gesteigerten Besuche in dieser Zeit auch gemerkt habe, war, dass sie sehr schnell überfordert war. Ihr reichte schon ein bisschen mehr Action als normal, um die nächsten Tage unruhig zu sein. Und da ich es ja für sie und mich so angenehm wie möglich haben wollte, habe ich stets versucht nicht zu viel auf einmal zu verlangen. Zugegeben, gerade wenn man nun einmal nur die Wochenenden mit der ganzen Familie hat, und man ohnehin nicht allzu viel unternehmen kann, ist das erheblich einfacher gesagt als getan. Aber es hat mir sehr geholfen und die Ruhe, die durch weniger, dafür ausgesuchten Kontakt und Aktivitäten entsteht, hat auch für uns Erwachsene einer sehr entspannenden Wirkung. Und wenn man schon weiß, dass viel los sein wird, kann man sich vorher schon darauf einstellen, die Tage danach möglichst nichts vor zu haben.