Baden

Hygiene, ein schwieriges Wort und mit Kinder auch eine schwierige Angelegenheit. Schon von Klein an ist es allgegenwärtig. Ob nun Baden gehen, Windel wechseln, Zähneputzen, so viele Dinge die für uns Großen selbstverständlich sind und für die Kleinen manchmal zur Unmöglichkeit werden. In nächster Zeit möchte ich mich immer einem dieser Themenbereiche widmen. Fangen wir heute mit dem Baden an.

Meine Mutter erzählt gerne, dass man ja zu unserer Zeit, als wir Kinder waren, noch täglich das Baby gebadet hat. Das wird heute nicht mehr empfohlen. Die empfindliche Babyhaut kommt leicht aus dem Gleichgewicht, daher sollte man weder zu viel Waschen, noch zu viele Cremen oder andere Zusätze verwenden. Gerade am Anfang braucht es eigentlich gar keine Zusätze im Badewasser. Wer gar nicht ohne kann, nimmt etwas Olivenöl. Und nur ein bis maximal zwei Mal die Woche baden.

Als unsere Große auf die Welt kam hatten wir nur eine Dusche. Unser Waschbecken war leider zu flach, also musste eine Babybadewanne her. Ich muss sagen, sie war eine der besseren Anschaffungen. Wir haben sie immer gemeinsam gebadet, mein Mann hat die Große gehalten und ich sie gewaschen. Das hat eigentlich ganz gut funktioniert. Sie war allerdings nie wirklich begeistert davon. Zuerst wollte sie nicht ins Wasser rein, dann war ihr das herumhantieren an ihr unangenehm, und dann war es beim „Wiederherausgehobenwerden“ auch noch kalt. Also alles in Allem nicht so wirklich ihr Fall.

Es wurde etwas besser als sie sitzen konnte. Unsere Babybadewanne hat Anit-Rutsch-Wellen am Boden, so das sie gut und sicher darin sitzen konnte. Eine Weile lang war das Baden dann ganz gut, sie hat sogar angefangen richtig Spaß daran zu haben.

Haarewaschen war bei uns lange kein Thema, da unsere Tochter kaum Haare hatte. Sie hat erst mit 1 ½ Jahren langsam so Haare bekommen, dass man es überhaupt wahrgenommen hat. Mit 2 Jahren war es dann soweit, dass wir langsam angefangen haben einmal die Woche auch die Haare gezielt zu waschen.

Auf Grund von Neurodermitis hat meine Tochter mit ca. 1 1/2 Jahren einen medizinischen Badezusatz bekommen. Den gab es dann immer ins Badewasser. Wir haben auch ein Duschgel extra für sie. Eine Zeitlang mussten auch die Haare, oder eher die Kopfhaut, mit einem speziellen Mitteln gewaschen werden. Da der Badezusatz das Wasser etwas trüb macht und es auch interessant riecht, hat sie das das eigentlich ganz spannend gefunden. Und da es immer hinein kam, wurde es recht schnell einfach nicht mehr hinterfragt.

Zu einer ähnlichen Zeit sind wir in eine größere Wohnung gezogen in der es eine Badewanne gibt. Darauf habe ich mich schon sehr gefreut, weil ich selber gerne Baden gehe. Außerdem wurde die Babybadewanne langsam zu klein für unsere Große. Leider war sie überhaupt nicht angetan von der Wanne. Beim ersten Mal war ich mit ihr drinnen, das ging gerade noch. Den Versuch sie alleine in die Wanne zu setzen, haben wir schnell wieder abgebrochen. Sie hat es furchtbar gefunden und wollte nur wieder raus. Wir haben dann ein paar mal wieder die kleine Wanne genommen, bis sie wieder ruhiger dabei war.

Ab dann ist mein Mann mit ihr Baden gegangen. Zwei Mal die Woche, einmal davon auch Haarewaschen. Und da fing es dann an. Vom Hineinsetzen bis zum wieder heraus Heben hat sie nur gebrüllt, geweint und geschrien. Sie hat sich teilweise so aufgeregt, dass sie sich vor lauter Husten übergeben hat. Es war furchtbar für alle Beteiligten. Und wir wussten nicht wirklich was das Problem war, oder was wir tun könnten. Sie einfach nicht zu waschen ging nicht, also haben wir es mit allen möglichen Ideen versucht. Ich habe ihr schon vorher gesagt, dass wir baden, ihr erklärt was wir machen. Das hat dazu geführt, dass kaum dass das Wort „Baden“ überhaupt fiel, sie schon begonnen hat zu weinen. Ob nun mit Waschlappen, ohne Waschlappen, mit mir oder meinem Mann in der Wanne, sie war verzweifelt und wir auch.

Als der Kleine auf die Welt kam, haben wir natürlich die kleine Wanne wieder herausgeholt. Der Kleine hat nach drei Mal baden seine Scheu überwunden und war kaum noch zu halten. Ihm macht Baden super viel Spaß. Als er dann mit Unterstützung sitzen konnte, wurde die Wanne schnell zu klein. Er war so begeistert und hat herum geplanscht, dass das halbe Bad unter Wasser stand. Also musste eine Alternative her.

Die Große hat das Treiben des Bruders zuerst nur beobachtet. Dann wollte sie uns helfen. Da ich die Hoffnung hatte, dass das ihre Aversion etwas bessern würde, habe ich sie helfen lassen. Und sie bekam eine Puppe dazu. „Max“ war die erste Puppe meines Bruders und dann auch meine. Er hat sie zu meiner Geburt bekommen. Es ist eine Baby-Puppe komplett aus Plastik. Und das war super, weil man ihn baden kann. So wurde also mein Sohn gebadet und danach noch Max. Max durfte auch mit in die große Badewanne. Da er sich mit Wasser füllt und nachher „Pipi“ macht (durch ein Loch im Schritt, ist also eigentlich ein Mädchen, aber es blieb bei uns immer bei Max als Name. Ist wohl eine Transgender-Puppe), geht er auch nach dem Baden aufs Klo. Es war super.

Der Kleine musste aber immer noch aus seiner Babywanne raus, also kam er mit in die große Wanne. Und er war begeistert. So viel zu erkunden, super zum planschen und die große Schwester ist auch da und man kann ihre Füße untersuchen. So hat zumindest der Kleine bei jedem Mal baden Riesen-Spaß. Nur ich komm langsam ins Schwitzen, weil er so viel herumturnt, dass er kaum noch zu halten ist. Dafür kann man ihn ohne irgendetwas von Kopf bis Fuß waschen. Wasser in Augen oder Ohren, ihm völlig egal. Er versucht maximal den Waschlappen zu essen. Mit Badezusätzen müssen wir etwas aufpassen. Aber die Große mag ohnehin kein Schaumbad und wir nutzen immer noch den Neurodermitis-Zusatz, den kann er ohne Bedenken schlucken. Neurodermitis in schwacher Form hat der Kleine übrigens auch. Aber da wir ihn einfach mit einschmieren und die entsprechenden Badezusätze verwenden, haben wir es ganz zu im Griff.

Und langsam fand auch die Große das Baden wieder besser. Der endgültige Durchbruch kam dann aber, als wir einen Weg gefunden haben ihre Haare besser zu waschen. Das erzähl´ ich dann aber beim nächsten Mal.

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